Theater

Látszatélet


Kornél Mundruczó erzählt eine fiktive Lebensgeschichte basierend auf realen Fakten und inspiriert von Douglas Sirks Film Imitation of Life.

Mit seinen Inszenierungen, die schonungslos die neue Realität in Ungarn zeigen, war Kornél Mundruczó mit seiner Ungarischen Gruppe Proton Theater wiederholt bei den Wiener Festwochen zu Gast.



Der Sohn einer Roma-Familie wird mit anderer Hautfarbe als seine Geschwister geboren. Die Verleugnung seiner Herkunft überschattet seine gesamte Kindheit. Die Gewalt seines Vaters zwingt ihn, sein Zuhause zu verlassen. In der Anonymität der Stadt will er sein Glück finden. Ab hier könnte die Geschichte des ungarischen Theater- und Filmregisseurs Kornél Mundruczó in eine Theatersaga, ein Paradebeispiel sozialer Etablierung münden. Látszatélet jedoch beschreibt, wie das »neue Leben« vom Albtraum des Selbsthasses erstickt wird. Ein höchst aktuelles (Anti-)Märchen menschlicher Erniedrigung und moralischen Niedergangs.
Grundlage der Geschichte ist ein aktenkundiger Fall der Budapester Polizei: Im Mai 2005 wurde ein junger Rom in einem Bus mit einem Messer attackiert. Der Aufruhr in den Medien war groß. Die Bevölkerung demonstrierte gegen Rassismus. Wie sich herausstellte, war der Täter Mitglied einer traditionalistischen, rechtsextremen Gruppierung und wie sein Opfer: ein Rom.

Kornél Mundruczó erzählt eine fiktive Lebensgeschichte basierend auf realen Fakten und inspiriert von Douglas Sirks Film Imitation of Life. Sirks Worte zu seinem Melodram könnten ebenso für Mundruczós Theaterarbeit gelten: »Man kann nicht Filme über etwas machen, man kann nur Filme mit etwas machen, mit Menschen, mit Licht, mit Blumen, mit Spiegeln, mit Blut, eben mit all diesen wahnsinnigen Sachen, für die es sich lohnt.«


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