Neue Klassik

Late Night Lounge


Tonbringende Aliens aus den Weiten des Weltraums? Oder Erdenbürger, die dabei sind, sich tonalen Gedankenguts zu entfremden? Fiktive Klangkontinente irgendwo zwischen Italien, Indien und... Atonalien?

Oder geht es schlicht um die Verbundenheit der Töne, ihre mannigfaltigen Verknüpfungen (frz. 'liens') untereinander? Tonaliens – ein Wort so vieldeutig wie die Musik, für die es steht. Je nachdem, wie man es liest, ob man es deutsch, englisch oder französisch ausspricht, ergeben sich andere Bedeutungen.

Tonaliens – so heißt die neu gegründete Formation aus Berlin, die sich auf abenteuerliche und weitläufige Expeditionen zur Erforschung der inneren Dimensionen und äußeren Grenzen der Just Intonation begibt – Just Intonation, das sind Systeme reiner Stimmung auf der Basis ganz- bzw. primzahliger Intervallverhältnisse. Zur Navigation in reiner Stimmung kommt das von dem experimentellen Tubisten Robin Hayward entwickelte digitale Interface Hayward Tuning Vine zum Einsatz. Der harmonische Raum wird ausgekundschaftet mit Stimme, Posaune und Tuba, erfundenen Instrumenten, Sinuswellen und Live-Elektronik. Die als Dhrupad-Sängerin in klassischer indischer Musik ausgebildete Amelia Cuni zeichnet mikrotonal durchwirkte melodische Linien jenseits europäischer Traditionen, die durch die Posaune von Hilary Jeffery schattiert, durch die mikrotonale Tuba von Robin Hayward grundiert und durch die selbstgebauten PVC-Blasinstrumente von Werner Durand sowie durch elektronische Prozesse umspielt werden – eine ruhige Musik höchster innerer Spannung und Konzentration.

Tonaliens:
Amelia Cuni Dhrupad-Gesang
Werner Durand Blasinstrumente in Eigenbau
Hilary Jeffery Posaune
Robin Hayward Mikrotonale Tuba, Tuning Vine
Ralf Meinz Ton


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