Ausstellung: Wissen

Langer Tag der Flucht - Projekt Notausgang


Am 25.9. werden am Maria-Theresien-Platz (Seite Burgring) um 10:00 Uhr zwei Flaggen mit dem Motiv des Notausgangschildes gehisst. Die Installation ist dort bis zum 8.10. zu sehen.
Sowohl die Bedeutung von Fluchtwegschildern als auch die von Flaggen ist durch Konventionen festgelegt. Flaggen repräsentieren Länder, Verwaltungseinheiten und Organisationen. Rettungs- und Fluchtwegschilder bieten Orientierung in Notsituationen. Werden beide vereint, kommt ihre Bedeutung ins Flattern. Weder ist definiert, wem hier ein Ausweg gewiesen wird, noch wer dies tut oder wo sich dieser befindet. Notausgänge müssen unmissverständlich gekennzeichnet sein. Unklarheiten können fatale Folgen haben. Der Hinweis auf einen Notausgang, der vom Wind abhängig und somit überall und nirgends ist führt dieses Prinzip ad absurdum. Gleichzeitig markiert ein flatterndes Notausgangsschild aber wohl auch kaum ein Hoheitsgebiet.
Im Kontext aktueller Debatten um Asyl(-politk), Migration, Flucht und Zuflucht ist die Frage des Wohin? von kritischer Bedeutung. Die Flaggeninstallation am Maria-Theresien-Platz gibt ihr einen sinnlichen Ausdruck, ist aber nicht nur als tagespolitischer Kommentar zu verstehen. Die Flaggen können auch als Metapher dafür gesehen werden, wie schnell sich Wind, Schicksal und Wege ändern können. Nicht zuletzt sind sie auch ein semiotisches Spiel und eine Befragung von Hoheitszeichen und Ortsmarkierungen.
Das Projekt wird von KöR – Kunst im öffentlichen Raum gefördert und vom Kunsthistorischen Museum als Eigentümer der Flaggenmasten unterstützt.

Foto- Simulation: © Jörg Jozwiak

Die Veranstaltung findet im Rahmen des vierten „Langen Tags der Flucht“ statt. Informationen und das gesamte Veranstaltungsprogamm unter www.langertagderflucht.at
Eine Initiative der UNO-Flüchtlingsorganisation UNHCR und Organisationen in ganz Österreich.


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