Theater

La Réunification des deux Corées


Die Wiedervereinigung der beiden Koreas ist ein zunächst irreführender Titel für zwanzig Liebesgeschichten, die Joël Pommerat als Szenen des Niemandslands menschlicher Beziehungen wie mit einer Laterna magica im Dunkel des Theaterraums aufleuchten lässt: Eine Beziehung scheitert am Fehlen der Liebe – eine andere daran, dass die Liebe allein zum Gelingen nicht reicht. Ein kinderloses Paar engagiert eine Babysitterin. Jeden Tag aufs Neue lernt eine demente Frau ihren Mann kennen. Ein fürsorglicher Lehrer wird beschuldigt, einen Schüler zu lieben.

Oder hat der Titel nicht doch seine Berechtigung? Ist nicht die Liebe zwischen zwei Menschen oft nur Illusion, so wie die mögliche Wiedervereinigung Nord- und Südkoreas?

Mehr als um die Liebe selbst geht es in Joël Pommerats Stück um die verschiedensten Formen der Wiederannäherung und des Wiederfindens. Schnitzlers Reigen, Tschechows Einakter und Ingmar Bergmans Szenen einer Ehe sind Pommerat Inspiration für seine poetischen Erzählungen alltäglicher Begebenheiten, kleine und große Liebesdramen, die er schonungslos und mit beißendem Humor auf die Bühne bringt.

Der 1963 geborene Joël Pommerat arbeitet in Frankreich als Bühnenautor, Regisseur und Leiter seiner eigenen Theatertruppe und wurde mehrfach mit dem Theaterpreis ≫Molière≪ ausgezeichnet. Zum ersten Mal ist eine Arbeit dieses Ausnahmekünstlers in Wien zu sehen.

Künstlerische Leitung und Besetzung

Text und Inszenierung Joël Pommerat
Bühne und Licht Éric Soyer
Video Renaud Rubiano
Requisiten Thomas Ramon
Kostüme Isabelle Deffin
Kostümassistenz Karelle Durand
Schneiderei Morgane Olivier
Perücken Estelle Tolstoukine
Komposition Antonin Leymarie
Sound François Leymarie, Grégoire Leymarie

Mit
Saadia Bentaïeb, Agnès Berthon, Yannick Choirat, Philippe Frécon, Ruth Olaizola, Marie Piemontese, Anne Rotger, David Sighicelli, Maxime Tshibangu

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln


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