Theater

La Imaginacion del Futuro


Zu Recht werden die Mitglieder von La Re-sentida von der Presse als die ≫Punks des chilenischen Theaters≪ bezeichnet. Das extrovertierte Theaterkollektiv ist zum ersten Mal bei den Wiener Festwochen zu Gast.

Am 11. September 1973 hält Salvador Allende seine letzte öffentliche Rede als chilenischer Präsident. Einige Augenblicke später wird der Präsidentenpalast La Moneda in Santiago de Chile von Putschisten gestürmt. Allende begeht Selbstmord, die grausame Diktatur Augusto Pinochets beginnt.
≫Uns geht es nicht um eine genaue und allen bekannte historische Erzählung, sondern um freie, dreiste und unverschämte Fiktion, basierend auf Ereignissen, die unsere eigene politische Identität geprägt haben.≪

In ihrer szenischen Fiktion beraten die Theatermacher von La Re-sentida in Rollen von Ministern und Kommunikationsexperten Präsident Allende in seinen letzten Regierungstagen und versuchen, ihn und seinen Apparat zu retten. Wären siebzehn Jahre Diktatur, deren tiefe Wunden im heutigen Chile immer noch überall sichtbar sind, abzuwenden gewesen? Frei von jeder Nostalgie wagt La Re-sentida ein Spiel mit dem Personenkult um Salvador Allende und dessen Bild eines vermeintlich revolutionären Pazifisten.

Frech, direkt und humorvoll probiert die Gruppe historisch mögliche und unmögliche Alternativen auf der Theaterbühne aus. Ihre Reflexion über die gewalttätige Vergangenheit Chiles ist provokativ, voll von schwarzem Humor und bitterer Grausamkeit. La Re-sentida erschafft mit großem Stimm- und Körpereinsatz starke, poetische Bilder, die Leidenschaft, Widersprüche und Ideen einer jungen heutigen chilenischen Generation beschreiben.


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