Klassik

L Orfeo Barockorchester & Capella Nova Graz


Die cappella nova Graz und die Domkantorei St. Pölten bereichern gemeinsam mit dem L′Orfeo Barockorchester unter der Leitung von Domkapellmeister Otto Kargl die Erfolgsgeschichte des Oratoriums „Joshua“ im Dom zu St. Pölten um eine weitere Interpretation.

„Epistles for the Ladies“, so hieß eine der ersten Frauenzeitschriften im 18. Jahrhundert. Darin äußerten sich Autorinnen wie Eliza Heywood zu sämtlichen Lebensbereichen der modernen barocken Frau und dazu gehörte auch die neueste Musik: So berichtete Heywood 1749 nach einer Aufführung von Georg Friedrich Händels Oratorium „Joshua“, sie sei „in allergöttlichste Ekstase versetzt“ worden, und weiter: „Ich schloss die Augen und stellte mir vor, inmitten des Engelschores in den leuchtenden Gefilden des immerwährenden Lichts zu stehen (...). Ich glaubte, nichts mehr von dieser ungeschlachten Welt an mir zu haben, schien ganz Seele! – ganz Geist zu sein.“

Aus Händels Kontobewegungen im Frühjahr 1748 geht hervor, dass ihm durch seine neueste Oratorienkreation nicht nur die Herzen der Damen, sondern auch der Inhalt ihrer Geldbeutel zugeflogen sein musste. In nur knapp vier Wochen vertonte der versierte Musikdramatiker einmal mehr einen Text des Librettisten Thomas Morell, der sich auf den blutrünstigen Bericht im Buch Josua des Alten Testaments stützte.

Am 7.9.2014 bereichern die cappella nova Graz und die Domkantorei St. Pölten gemeinsam mit dem L′Orfeo Barockorchester unter der Leitung von Domkapellmeister Otto Kargl die Erfolgsgeschichte des Oratoriums „Joshua“ im Dom zu St. Pölten um eine weitere Interpretation. Starke musikalische Bilder wie der Einsturz der Mauern von Jericho, die Zerstörung der Stadt durch Feuer oder Joshuas Fähigkeit, Sonne und Mond zum Stillstand zu bringen haben nicht nur die eingangs zitierte Eliza Heywood, sondern auch Joseph Haydn beeindruckt, der sich 1791 nach einem Konzert in der Londoner Westminster Abbey äußerst begeistert über die Wirkkraft der Musik von Georg Friedrich Händel gezeigt haben soll.

Mitwirkende:

cappella nova Graz
Domkantorei St. Pölten
L′Orfeo Barockorchester
Gerlinde Sämann, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Daniel Johannsen, Tenor
Josef Wagner, Bass
Martina Daxböck, Sopran
Otto Kargl, Leitung

17.00 Uhr, Sommerrefektorium:
Werkeinführung mit Gustav Danzinger
in Zusammenarbeit mit dem Bildungshaus St. Hippolyt

Radioübertragung auf Ö1:
Montag, 8. Dezember 2014, 19.30 Uhr


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