Tanz

KVS | Les Ballets C de la B | A.M. Qattan Foundation - Badke


Zehn palästinensische Tänzerinnen und Tänzer stürzen sich in den levantinisch-arabischen Volkstanz Dabke, von den Palästinensern geliebt und von KVS | Les Ballets C de la B | A.M. Qattan Foundation vor aller Augen eindrücklich zu einer Art Waffe umgeschmiedet. Badke heißt ihr Stück.

Darin geht es um den Konflikt zwischen Israel und Palästina. Aber nicht um die Darstellung von Desasterpolitik, Krieg und Propaganda, daher gibt es keine Bombengeräusche, keine Bilder von Opfern und keine Polemik. Hier tanzt das nackte Leben den alltäglichen Schrecken an die Wand. In Badke wird nichts verdrängt, sondern all das Grauen des endlosen Nahostkonflikts mit neuem Mut angefasst, sozusagen “enttanzt”. Badke sprudelt vor Lebens­freude und Energie: Gemeinschaftliche Szenen machen die vitale Kraft eines Kollektivs spürbar, das Ausbrechen einzelner Protagonisten zelebriert in schwindelerregendem Tempo den Triumph der Individualität. Die TänzerInnen mit ganz verschiedenem Bewegungshintergrund – von Modern über Artistik bis Hip-Hop – dekonstruieren den traditionellen Reihentanz und setzen ihn neu zusammen. Als Gegenstück zum Dabke ziehen sie auch globalisierte Formen von populären Tänzen bei, etwa Tanzszenen aus Walt-Disney-Filmen. Was die Choreografen dabei interessiert: Was kann Tradition, was hält sie aus? Die Antworten sind an diesem Abend im Festspielhaus zu sehen. Interessant ist die Tatsache, dass die Reihe der Nationen, die den Dabke für sich reklamieren, lang ist: allen voran der Libanon, die Palästinenser, auch die Türken; die sardischen Tänze und selbst der griechische Sirtaki sind dem Dabke verwandt. Tanzethnologischen Untersuchungen zufolge frönen dem Dabke-Tanz aber am heftigsten: die Israelis.


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