Tanz

KVS / Compagnie Les Ballets C e la B - Badke


Mit fröhlicher Ausgelassenheit und unbändigem Temperament, wie sie im zeitgenössichen Tanz selten zu erleben sind, feiern zehn palästinensische Tänzer und Akrobaten auf der Bühne ein wildes Fest, an dessen Beginn der Dabke, ein traditioneller levantinischer Volkstanz steht.

Die belgische Choreographen der Compagnie Les Ballets C e la B und des Königlichen Flämischen Theaters, die beide immer wieder die Zusammenarbeit mit arabischen Künstlern suchen, haben – wie auch der Titel andeutet – den Folkloretanz, den die Palästinenser als Teil ihrer kulturellen Identität begreifen, zerlegt und mit neuen Bestandteilen von Hip Hop bis Flickflack, von Capoeira bis Disco zu einem mitreißenden Bewegungsspektakel angereichert verwandelt.

In den gemeinschaftlichen Szenen wird die vitale Kraft und Solidarität eines Kollektivs spürbar, aus dem einzelne Protagonisten dann ausbrechen und in schwindelerregendem Tempo den Triumph der Individualität zelebrieren. „Badke“ sprudelt über vor Lebensfreude und Energie, immer wieder ist in der fulminanten Dynamik aber auch ein kalter Hauch zu spüren. Dann wird der Überschwang durch kurze Momente des Innehaltens und der Isolation gebrochen, die daran erinnern, dass diese Tänze auch inmitten des alltäglichen Grauens in Palästina entstanden sind. Am Ende aber ist in expressiver Unmittelbarkeit vor allem eine Botschaft des Ensembles greifbar:„Wir lassen uns nicht unterkriegen und wir werden weitertanzen, solange wir können.“

Das Ensemble Les Ballets C. de la B. aus Ghent versteht sich als Künstlerkollektiv, das von Alain Platel, der seine Produktionen schon bei der Sommerszene und bei den Festspielen zeigte, initiiert wurde. KSV, das Königliche Flämische Theater, versteht sich als Brückenbauer sowohl zwischen den beiden belgischen Volksgruppen als auch zwischen den zahlreichen in Brüssel beheimateten Nationalitäten. Der arabische Geschäftsmann A.M. Qattan fördert mit seiner Stiftung Kultur- und Bildungsprojekte vor allem in den besetzten palästinensischen Gebieten.

65 min

Choreographie, Regie und künstlerische Leitung: Koen Augustijnen, Rosalba Torres Guerrero, Hildegard De Vuyst
Tanz: Salma Ataya, Yazan Eweidat, Maali Maali, Ashtar Muallem, Ayman Safiah, Farah Saleh, Mohammed Samahneh, Samer Samahneh, Samaa Wakeem, Fadi Zmorrod
Künstlerische Mitarbeit: Ata Khatab
Regieassistenz: Zeina Zarour
Soundtrack: Naser Al-Fares editiert von Sam Serruys
Kostümdesign: Britt Angé
Lichtdesign: Ralf Nonn
Soundtechnik: Steven Lorie
Tourmanagement und Koordination: Nicole Petit

Eine Produktion von Koninklijke Vlaamse Schouwburg – Royal Flemish Theatre (KVS), les ballets C de la B und A. M. Qattan Foundation.


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