Theater

Kunst und Wert


In der losen Diskussionsreihe KUNST UND WERT wird versucht, einen Befund zu entwickeln, welchen Wert die Kunst im Allgemeinen und in ihren unterschiedlichen Sparten in der Gesellschaft inne hat. Die vier geplanten Veranstaltungen befassen sich der Reihe nach mit den Feldern Theater, Musik, Bildende Kunst und Literatur.

Die Kunst hat in der Gesellschaft eine besondere Stellung: Ihre Freiheit ist in Österreich seit über 30 Jahren per Verfassung garantiert und ihre finanzielle Förderung gesetzlich verankert. Die großen kulturpolitischen Themen der letzten Monate – vom Burgtheater-Skandal über die Frage des Ankaufs der Kunstsammlung Essl bis hin zum Mehrwertsteuersatz auf E-Books oder der Festplattenabgabe – haben aber gezeigt, dass jene Werthaltungen, die dieser Stellung zugrunde liegen, nicht selbstverständlich sind. So muss auch die Kunst ihre Angebote an eine Gesellschaft, in welcher die Spannung zwischen ideellen Werten und ökonomischer Bewertung stetig steigt, immer wieder neu begründen.

Im Zuge der Finanzierungskrisen der öffentlichen Haushalte sind dabei Schließungen von Kunsteinrichtungen eine nicht auszuschließende Maßnahme, ja werden in manchen Diskussionsbeiträgen sogar laut gefordert.

Verwertungsgesellschaften unterteilen gerne in E- und U-, neuerdings sogar in F-Musik. F gleich Funktion. Was ist der Wert, was die Funktion von kunstvoll hintereinander arrangierten und erklingenden Tönen?

Ist Musik etwa der Funktionsträger von Botschaften eines irgendwie gearteten Höheren? Oder ist sie doch nur eine Ware wie jede andere, die sich auf einem Markt durchsetzen muss oder untergeht? Was zeichnet das Hörerlebnis von Musik noch aus im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbar und Kopierbarkeit? Und was hat das alles mit der Festplattenabgabe zu tun? Und schließlich: Ist nicht bereits alles musikalisch gesagt worden und schon erklungen? Kann es überhaupt noch „neue“ Musik geben?

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