Theater

Kunst


"KUNST" ist eine bittere Komödie, in der die Autorin das Zerbrechen einer langjährigen Männerfreundschaft beschreibt.

Auslöser dafür ist ein monochromes Bild, das sich einer der Freunde für eine Riesensumme gekauft hat. An diesem Bild entzündet sich der Streit zwischen den drei Freunden, in dessen Verlauf sich das Leben der drei und ihre gegenseitigen Beziehungen grundlegend ändern werden: Der erste begeistert sich für dieses weiße monochrome Gemälde, der zweite bekämpft es auf das Heftigste und der dritte will, da er es sich mit keinem der anderen verderben will, keine Stellung beziehen.

Das Bild dient also als Katalysator, mit dessen Hilfe die Autorin auf sehr subtile und psychologisch fein gezeichnete Weise eine Situation analysiert, die drei Männer, ihre Gefühle, ihre Befindlichkeit, ihre Freundschaft, ja ihr gesamtes bisheriges Dasein auf den Prüfstand und infrage stellt. Das Drama von "KUNST" ist ja nicht, dass Serge das weiße Bild kauft, sondern dass man mit ihm nicht mehr lachen kann.

Die Geschichte ist mir passiert mit einem Freund, der ein weißes Bild gekauft hat. Er ist Dermatologe, und ich habe ihn gefragt: "Wieviel hast du dafür bezahlt?" Und er hat geantwortet: "Zweihunderttausend Francs". Und ich brüllte vor Lachen. Er allerdings auch. Wir sind Freunde geblieben, weil wir lachten. Als er das Stück las, lachte er auch. Es hinderte ihn nicht daran, sein Bild weiterhin zu lieben. (Yasmina Reza)

Yasmina Reza wurde durch ihre Stücke "KUNST", "Drei Mal Leben" und "Der Gott des Gemetzels" in den vergangenen Jahren zu einer der weltweit meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerinnen. "KUNST" wurde 1994 in Paris uraufgeführt und schnell zu einem Welterfolg. Es erhielt mehrere Preise (Molière, Tony Award, Laurence Olivier Award) und wurde bisher in 40 Sprachen übersetzt.

1996 wurde die österreichische Erstaufführung von "KUNST" mit André Pohl, Herbert Föttinger und Martin Zauner zu einem Publikumshit.
18 Jahre später geht die Originalbesetzung der umjubelten Produktion wieder an den Start.

Jeder möchte die Kunst verstehen. Warum versucht man nicht, die Lieder eines Vogels zu verstehen? Warum liebt man die Nacht, die Blumen, alles um uns her, ohne es durchaus verstehen zu wollen? Aber wenn es um ein Bild geht, denken die Leute, sie müssen es verstehen… Menschen, die Bilder erklären wollen, bellen für gewöhnlich den falschen Baum an. (Pablo Picasso)

Besetzung:

Regie Folke Braband
Bühnenbild und Kostüme Ulf Stengl, Silvia Merlo

Marc André Pohl
Serge Herbert Föttinger
Yvan Martin Zauner


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