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Kultur-Neustart im April, in Vorarlberg vielleicht ab 15. März


1010 Wien - Innere Stadt

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Do., 01.04.2021 - Fr., 30.04.2021


Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach von Öffnungsschritten im April - falls die Fallzahlen es zulassen. Was die für 15. März angekündigten Öffnungen in der "Pilotregion" Vorarlberg für die Kultur bedeuten, blieb vorerst vage.

Die Kultur in Österreich soll im April wieder breitflächig an den Start gehen, erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in der Pressekonferenz am Montag. Selbiges gilt für den Tourismus. Ebenso im April wolle man eine Öffnung der Indoor-Gastronomie angehen – das alles allerdings nur, wenn es zu keinem massiven Infektionswachstum kommt.

Gastgärten öffnen ab Ostern

Vor 14 Tagen hatte die Bundesregierung Lockerungen im Bereich des Veranstaltungswesens "rund um Ostern" in Aussicht gestellt und erneute Beratungen für 1. März angekündigt. Trotz steigender Infektionszahlen sollen Gastgärten nun zu Ostern wieder öffnen können, von der Kultur, deren Gleichbehandlung mit der Gastronomie zuletzt außer Streit stand, war dabei jedoch keine Rede.

"Alles, was outdoor stattfindet, ist besser als indoor", meinte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) allerdings fast gleichlautend mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Ob damit auch Open-Air-Veranstaltungen früher erlaubt sein werden, ist noch unklar.

Kultur-Lockdown: Früher Start in Vorarlberg?

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) konnte am Dienstag noch keine Details zum Kultur-Neustart in seinem Bundesland am 15. März nennen. Nach der Grundsatzeinigung am Montag brauche man dafür nun "zwei, drei Tage Zeit", sagte er nach der Sitzung der Landesregierung. Die Öffnung des Kulturbereichs habe für Vorarlberg "größte Bedeutung", widersprach Wallner, dass es vorrangig um die Gastronomie gehe: "Der Eindruck täuscht."

Wallner unterstrich, dass ab 15. März auch Indoor-Veranstaltungen wieder möglich sein sollen. Die Größenordnungen seien aber noch völlig unklar. Mit Sicherheit werde es aber Zutritttests geben. Wie diese gestaltet werden, müsse noch ausgearbeitet werden. Die IG Kultur Vorarlberg fühlte sich angesichts der gestern angekündigten Öffnungsschritte im Bundesland "äußerst irritiert". Für einen soliden Planungshorizont fehlten die notwendigen Details, kritisierte IG-Geschäftsführerin Mirjam Steinbock.

Informationen nur rudimentär

Im Zuge der Neuöffnung von "ein bisschen Musik und ein bisschen Kultur" (Landeshauptmann Markus Wallner gestern) zu sprechen, werde der permanenten Arbeit der Vorarlberger Kulturszene bei weitem nicht gerecht, so Steinbock. Die Informationen seien viel zu rudimentär, um daraus etwas Konkretes ableiten zu können. "Bis die politisch Verantwortlichen die Details ausgearbeitet haben, bleiben uns in diesem Fall vielleicht noch sieben Tage Zeit zur Umsetzung. Das ist viel zu knapp, so kann man vielleicht Politik machen, Kunst und Kultur aber nicht", stellte Steinbock fest.

Gesundheitspolitisch vertretbare Veranstaltungskonzepte lägen vor, "wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", betonte die IG-Geschäftsführerin.

Rechtliche und organisatorische Fragen

Fraglich sei etwa, für welches Zielpublikum die Kulturöffnung gelte: "Getestet, geimpft und mit Abstand? Lediglich Kinder und Jugendliche in Kulturveranstaltungen?", fragte Steinbock. Die Unklarheit betreffe auch viele rechtliche und organisatorische Fragen. "Selbst bei der kleinsten Kulturinitiative steckt ein Riesenapparat dahinter, bevor die Künstler die Bühne betreten. Das ist nicht lediglich ein Schlüsselumdrehen, damit verkennt man die Arbeitsabläufe in der Kultur total", so Steinbock.

Gegenüber der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung" reagierte der Co-Leiter des Theater Kosmos, Augustin Jagg, verhalten. Ob Theaterhäuser unter die angekündigten Öffnungsschritte fallen, sei ebenso unklar wie die Frage, ob ab 15. März auch am Abend gespielt werden könne. Genaue Angaben zu Eintrittstests, erlaubten Zuschauerzahlen und Hygienebestimmungen würden außerdem fehlen. Die Theaterhäuser seien überhaupt nicht erwähnt worden, was den Bregenzer irritiert. Von Planungssicherheit fehle weiterhin jede Spur.