Vortrag · Führung

Künstlerführung mit Peter Pongratz


Der österreichische Künstler Peter Pongratz feiert heuer seinen 75. Geburtstag. Deshalb widmet ihm das Essl Museum eine große Retrospektive mit allen Werken der bisherigen Schaffensphasen und auch neuen, bisher noch nicht gezeigten Arbeiten. Die Ausstellung zeigt Werkserien des Künstlers von frühen, phantastisch anmutenden Landschaften über die Auseinandersetzung mit ozeanischer Kunst bis zu neuen, figurativ-abstrakten Arbeiten direkt aus dem Atelier des Künstlers.

Die Kunst des Peter Pongratz
„Mein Leben ist auf Bildern aufgebaut – das ist meine Form zu kommunizieren“, so Peter Pongratz. Akademismen und künstlerischen Moden misstrauend, hat sich der Künstler einen kindlichen Blick auf die Welt bewahrt und sucht in seiner Malerei und Grafik nach einem individuellen und stark gefühlsbetonten Ausdruck. Pongratz mischt seit seinen künstlerischen Anfängen in den 1960er Jahren das Figurale immer wieder mit dem Abstrakten und wendet sich dabei bewusst gegen die damals richtungsgebenden Fronten des Informellen oder des Phantastischen Realismus. Zeit seines Lebens ist er begeistert von der unverstellten und authentischen Kunst von Kindern, er beschäftigte sich mit Art brut, ist fasziniert von den Kulturen Ozeaniens und jener von Urvölkern. Dabei bezeichnet sich der Künstler selbst als Vorreiter der „wilden“ Malerei, die dann in den 1980er Jahren in Österreich, aber etwa auch in Deutschland für großes Aufsehen sorgt.

1966 ging Pongratz von Graz nach Wien und lernte eine Gruppe von gleichgesinnten, wenn auch sehr unterschiedlichen MalerInnen kennen: Martha Jungwirth, Wolfgang Herzig, Kurt Kocherscheidt, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl. „Deren Gemeinsamkeit bestand immerhin darin“, so Pongratz, „dass sie mit den bis dahin existierenden strengen Formen des bildnerischen Ausdrucks für ihre viel reicheren, üppigeren Vorstellungen von Kunst kein Auslangen mehr finden konnten, die aber aufgrund ihrer verschiedenen Ansätze in der Lage waren, die gesamte Bandbreite der notwendigen Veränderungen und Erweiterungen für eine offenere Malerei zu zeigen, die sich ab Mitte der 1960er-Jahre abzuzeichnen begann“. Otto Breicha ermunterte die Gruppe zu einer gemeinsamen Präsentation, die als große Ausstellung der „Wirklichkeiten“ im Mai 1968 in der Wiener Secession eröffnet wurde und als solche in die Kunstgeschichte eingegangen ist.


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