Kirtag · Diverse Musik · Volksmusik

Kroatischer Kirtag


Das Folkloreensemble der BurgenlandkroatInnen Kolo Slavuj ist das zentrale Folkloreensemble der kroatischen Minderheit im Burgenland. Das überregionale Ensemble besteht seit dem Jahr 1971. Es entstand aus dem Zusammenschluss der Tanzgruppe „Kolo” (= slawischer Reigentanz) und der Tamburicagruppe „Slavuj” (= die Nachtigall).

Die Mitglieder von Kolo Slavuj stammen aus verschiedenen kroatischen Ortschaften des Burgenlandes, aus Ungarn, der Slowakei und aus Wien, dem Sitz des Ensembles. Derzeit sind ca. 60 TänzerInnen und MusikerInnen aktiv.

Die Tänze, Lieder und Bräuche, die Kolo Slavuj präsentiert, sind das gemeinsame Erbe der kroatischen Minderheit im Burgenland und den angrenzenden Regionen. Die KroatInnen haben dieses Kulturgut durch die letzten 500 Jahre seit ihrer Ansiedlung bewahrt. Es besteht im Kern aus kroatischem Volksgut, das die heutigen BurgenlandkroatInnen vor einem halben Jahrtausend aus ihrer alten Heimat mitgebracht haben, und das in der neuen westpannonischen Heimat durch Einflüsse der deutsch-, ungarisch-, slowakisch- und tschechischsprachigen NachbarInnen weiter entwickelt wurde.

Die Musik der BurgenlandkroatInnen wird heute vor allem auf dem traditionellen Saiteninstrument, der Tamburica, begleitet. Die Sprache der Lieder ist kroatisch, je nach regionaler Herkunft der Tänze in einer lokalen Dialektvariante.
Mit Hilfe des führenden Ethnologen und Ethnochoreoraphen Dr. Ivan Ivančan aus Kroatien erforschte Kolo Slavuj alte kroatische Tanzelemente, Lieder und Bräuche. Aus dem Forschungsmaterial entstanden Choreographien, in denen überlieferte Tänze, Lieder und Bräuche in bühnengerechter Form präsentiert werden. Jede Choreographie wird in der typischen Tracht der jeweiligen Region präsentiert. Durch seine Rolle als zentrales Folkloreensemble der kroatischen Minderheit übte Kolo Slavuj maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Folkloregruppen im gesamten Burgenland aus.

Für sein Gesamtwerk erhielt Kolo Slavuj im Jahr 1990 den Europapreis für Volkskunst der Stiftung F.V.S. Hamburg.

Der Chor Frankenau wurde im Jahre 1988 von Josef Weidinger unter dem Namen „Mišani zbor Frakanava” gegründet. Vorrangiges Ziel des Gründers war, Frankenauern, die gerne miteinander singen, diese Möglichkeit zu schaffen. 1990 kam es zur Anschaffung der ersten Tracht. 1995 kam dann auch eine Tamburicagruppe dazu. Das wichtigste Ziel dieses Vereines ist die Erhaltung des Liedgutes der Burgenländischen Kroaten, das Pflegen der Bräuche und der wunderschönen kroatischen Muttersprache.

Seit 2010 wird der Chor und die Tamburica Frankenau von Professor Stjepan Fortuna geleitet, der gemeinsam mit den Mitgliedern versucht auch den Deutschsprachigen die Türen zur Tamburicamusik zu öffnen. Das Repertoire des Chores und der Tamburica ist breit gefächert: neben vielen Volksliedern der Burgenländischen Kroaten, umfasst es Volkslieder und Schlager aus vielen Teilen Kroatiens, wie zum Beispiel Skalinada, Zora bila, Vilo moja, bekannte Titel aus Filmen, wie Fascination oder Lara Theme aus Doctor Schiwago, La cumparsita um nur einige zu nennen. Besonders stolz sind sie auf ihre zahlreichen klassischen Stücke, wie zum Beispiel Intermezzo aus der Oper Cavallera Rusticana von Pietro Mascagni, An der schönen blauen Donau von Strauß, der Can-Can von Jaques Offenbach oder das Phantom der Oper von Andrew Lloyd Webber.

Weiteres befinden sich in ihrem Repertoire zahlreiche Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, darauf ist der Verein besonders stolz.

Der Verein besteht heute aus 35 Mitgliedern mit 16 Tamburicaspielern und 19 Sängern. Neben Auftritten in Frankenau und im Burgenland, konnte der Chor auch in Wien, Wiener Neustadt, in Altenmarkt in Salzburg, in Ungarn und in Kroatien das Publikum begeistern. 2014 wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, beim internationalen Tamburica Festival in Osijek teilzunehmen.


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