Kunstausstellung · Architektur Ausstellung

Kroatische Inseln – Baukultur über Jahrhunderte


Zwischen der Bucht von Rijeka im Norden und dem südlich-mediterranen Dubrovnik liegt – der östlichen Adriaküste vorgelagert – eine einmalige Inselwelt entlang eines zerklüfteten Küstenstreifens, wie es ihn weltweit nur selten gibt.

Die rund 1.200 Inseln sind, in mehrere Gruppen unterteilt, als Kvarner-Inseln, Kornaten, Brijuni-Archipel, Dalmatinische Inseln, Šibenik-Archipel oder Elafiten vor Dubrovnik bekannt. Nur ca. 70 Inseln sind bewohnt. Die adriatische Inselwelt ist wegen ihrer natürlichen Schönheit, dem milden Klima und nicht zuletzt wegen ihres architektonischen Erbes ein beliebter Wohn- und Ferienort.

Einzigartige Lage im Adriatischen Meer
Aufgrund ihrer Größe und strategischer Überlegungen waren die kroatischen Inseln für die in historischer Abfolge wechselnden Schutzmächte – vom antiken Griechenland über Byzanz und die
Seerepublik Venedig über Österreich im 19. bis zu Italien im frühen 20. Jahrhundert – von unterschiedlicher Bedeutung. Vor allem wegen ihrer günstigen Klimaverhältnisse und den damit verbundenen Möglichkeiten – Oliven-, Obst- und Weinbau, Fischfang sowie Schafzucht
mit Wollproduktion und Bienenzucht – waren die Inseln für Siedler interessant. Die Spuren der Besiedlung und kulturelle Zeugen reichen bis ins Altertum zurück. Daneben spielten vor allem in der Zeit der Segelschiffe die besonderen fachlichen Erfahrungen und Kenntnisse im Schiffsbau sowie – heute noch existierende – nautische Schulen eine große Rolle. In vielen Hafenstädten geben repräsentative, majestätische Häuser zu Ansehen und Reichtum gekommener Kapitäne ein Zeugnis
dieser vergangenen Epoche.

Österreich verbindet mit Kroatien eine über mehrere Jahrhunderte gemeinsame Geschichte in der Habsburgermonarchie. Während dieser Zeit befanden sich die Inseln im südlichsten Kronland, dem Königreich Dalmatien, nach dem Vertrag von Campo Formio 1797 mit kurzen Unterbrechungen bis 1918 unter Österreichs Schirmherrschaft. Nicht zuletzt aus dieser Zugehörigkeit entwickelten sich erste touristische Aktivitäten. Abseits der adelig-großbürgerlichen Entdeckung der Inseln als Wintersitz oder als gehobene Reisedestination zum Ende des 19. Jahrhunderts, sorgte auch die Gemeindeverwaltung der Hauptstadt Wien für einen frühen Austausch: Schon im Jahr 1906 entstand auf der Insel Rab ein Erholungsheim für Gemeindebedienstete, welches bis zur Auflösung der Monarchie existierte.

Katalog
Architektur im Ringturm XLI, Kroatische Inseln – Baukultur über Jahrhunderte, Hg. Luka Skansi, Adolph Stiller. Mit Beiträgen von Anamarija Žic, Renata Filčić, Mirela Gotal, Marko Smoljan, Adolph Stiller und Luka Skansi. 200 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen.
Preis: 28 Euro


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