Pop / Rock

Kreisky


Kreisky bauen sich auf aus Punk-Traditionen, No Wave- und Post-Hardcore-Splittern, naschen aus dem Fundus der radikaleren musikalischen Ideen der letzen zwei, drei Jahrzehnte und machen damit was sie wollen.

Sie unterschreiben nichts, sie spenden nichts, und das Grüßen haben sie anscheinend auch nie gelernt - die vier überraschend groß gewachsenen Herren von Kreisky scheinen sich ihrer Sache sehr sicher zu sein. Warm gespielt haben sie sich längst; bei den kruden Wohnzimmerelektronikern Gelée Royale, den brachialen M.O.R.D., den Indienoisern my friend dave, den zappaesken 4 experimentelle die nur 2 sind und mit ausgewachsenen Solospinnereien.

Kreiskymusik ist logischerweise, aber nicht gezwungenermaßen die Summe genannter Vergangenheit, rockt unformatiert und mit deutschen Texten, ohne Handbuch und angenehm anachronistisch. Da spielt die Rhythmustruppe einen Nick Cave-Walzer, in den sich eine Jesus Lizard-Gitarre mit Nachdringlichkeit einmischt, während ein verzweifelter Udo Jürgens vor Wut zu schreien beginnt. Postpunk ist das. Oder Postschlager, wahlweise. Mit Hang zum Nasenbluten. Unter der unerträglichen Bürde leidend, ständig man selbst sein zu müssen. Der übliche Stadtneurotikershit halt.

Dass die vier Wahlwiener alle ihren Scheitel zur gleichen Seite tragen, wird ein Versehen sein. Manchmal, so hört man, wird gemeinsam geduscht. Und vermutlich sind sie pro Individualverkehr.
Franz Adrian Wenzl - Stimme & Orgel
Martin Max Offenhuber - Gitarre
Gregor Tischberger - Bass
Klaus Mitter - Schlagzeug

http://www.kreisky.net


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