Theater

Kramer gegen Kramer


Barbara Kramer hat gelernt, stunden­- und tagelang auf einer Massagematte zu liegen und die Decke anzuschauen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben, weil sie nichts beiträgt zur Produktion und Reproduktion unserer Gesellschaft. Die Gesellschaft scheint trotzdem zu funktionieren.

Im Liegen verändert sich das Denken über die Gesellschaft: z.B. über die Leistungsträger, die meistens entweder vor Maschinen sitzen oder vor anderen Menschen stehen, um Wissen, Macht oder Politik weiterzugeben, und alles am Laufen halten.

Diese Leistungsträger wiederum haben dadurch dass sie, die zum Beispiel immer im Stehen arbeiten und immer Stress haben, ein bestimmtes Denken über Leute, die wie Barbara Kramer, herumliegen, eventuell dabei schlecht sitzende Jogginganzüge tragen und RTL schauen und keine Steuern zahlen.

Möglicherweise sind Bilder über die Gesellschaft und ihr Funktionieren davon abhängig, ob sie im Liegen oder im Stehen gedacht werden.

Das untersucht Barbara Kramer in „Kramer gegen Kramer“ wenn sie das Unverständnis und den Graben, der sich gerade in der Gesellschaft aufgetan hat, zwischen denen, die mitten im Produktionsprozess stehen, denen, die am Rand davon stehen und denen, die daneben liegen das Herumliegen nicht genießen dürfen, weil alle gemeinsam am Bild einer Gesellschaft arbeiten, wo alle produzieren, auch wenn niemand genau weiß, was eigentlich, weil das meiste davon ziemlicher Unsinn ist, der niemanden glücklich macht.

Mit: Barbara Kramer
Konzept/Text: Barbara Kramer, Johannes Schrettle
Komposition & Live-Musik: Markus Steinkellner (IDKLANG)
Regie: Johannes Schrettle
Dramaturgie & Produktion: Christina Lederhaas
Technik Graz: Geari Schreilechner
Grafik: Edda Strobl

„Kramer gegen Kramer“ ist eine Produktion von zweite liga für kunst und kultur und dem Verein BACH in Koproduktion mit dramagraz * und Hundsturm.


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