Diverse Musik

Konzert zur Ausstellung: Swing tanzen verboten


Operette einerseits als Ort der Sehnsucht und des Glücks, ein Zufluchtsort der "inneren Emigration", eine den grauen Alltag rosa färbende Beglückungsmaschinerie, und andererseits als Instrument für "Kraft durch Freude", einer Bühne für - mehr oder weniger subtil - versteckte Botschaften und Überzeugungen.

"Arische Operetten" als "Ersatzmittel" für verbotene Werke verfemter Autoren. Der Lehrgang Klassische Operette nahm das "Bedenkjahr 2013" zum Anlass, die Jahre um den "Anschluss", etwa 1936-1941, auf dem Gebiet der Operette zu beforschen.

Daraus entstand eine spannende textlich-musikalische Collage, in der die unterschiedlichsten künstlerischen und persönlichen Meinungen aufeinanderprallen. Nicht Mitleidhascherei, Verurteilungen oder gar Verherrlichungen sind das Ziel, sondern Dokumentation: was macht Politik - im speziellen Falle also diktatorische Politik - mit Menschen, mit Künstlern und ihrem Werk. Im speziellen Fall: mit unserer Operette.

Welche Autoren, KünstlerInnen wurden verschwiegen, vertrieben, vernichtet?
Welche Werke verboten?
Wer konnte die "Gunst der Stunde" nützen? Mit welchen Mitteln?
Welche Werke entstanden?
Welche Verlage wurden "arisiert"?
Welche Theater spielten welches Repertoire mit welchen Künstlern?
Wie berichteten welche Medien?

"Im Theaterwesen ist die Entjudung nicht nur personell, sondern auch geistig durchzuführen".
Protokoll anlässlich der Schaffung des Gaukulturamtes der Stadt Wien, 28. Juni 1938

Konzeption und Texte: Wolfgang Dosch


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