Kunstausstellung

Konstanze Sailer: Malerische Erinnerungskultur Ilsebild - 1000


„Memory Gaps - Erinnerungslücken“ gedenkt NS-Opfern mit Ausstellungen in Wiener Straßen, die es geben sollte.

Am 12. Mai 1942 wurde Ilse Pisk aufgrund ihrer jüdischen Herkunft aus Wien in das Transit-Ghetto Izbica, im osten Polen deportiert. Das Durchgangslager Izbica war ein Transit-Ghetto für Deportationen in die NS-Vernichtungslager Belzec und Sobibor. „Transit“ war 1942 ein „Hindurchgang“ zum Tod, der völlige Verlust jeglicher Hoffnung, der Vorhof zur Ermordung.

Ilse Pisk (*1898) war eine der frühesten Atelierfotografinnen im Wien der 1920er-Jahre. Bekannte Fotografien von Peter Altenberg und Adolf Loos stammen aus ihrem Atelier an der Adresse Linke Wienzeile 48-52, welches sie unter dem Namen „Ilsebild“ führte. Von der Adresse Stoß im Himmel 3 in der Wiener Innenstadt wurde sie in das Transit-Ghetto Izbica deportiert, die letzten dokumentierten Einträge über Ilse Pisk lauteten: „Transport Nr. 20, Häftlingsnummer 1000“.

Bis zum heutigen Tag existiert in Wien keine Straße, die ihren Namen trägt. Hingegen ist nach Hubert Marischka heute noch ein Park in 1060 Wien benannt. Marischka war Schauspieler, Sänger, Regisseur, Theaterdirektor des Theaters an der Wien, Drehbuchautor, Mitglied der Reichsmusikkammer und anderer NSDAP-Vorfeldorganisationen. Er suchte mehrfach um NSDAP-Mitgliedschaft an, wurde jedoch als politisch unzuverlässig eingestuft und abgelehnt. Anstelle von Hubert Marischka sollte zukünftig in Wien-Mariahilf an Ilse Pisk erinnert werden.


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