Pop / Rock

Konkord-Labelnacht


LORELEI LEE:
Betörende Bilder stellen sich beim Hören von Lorelei Lees Album TEDDY TOYS ein. Die Sängerin Sonja Romei, der Elektroniker/Gitarrist Palme und ihre Mitmusiker Julian Preuschl, Jakob Schell und Jakob Kovacic haben eine cineastische Art Musik zu machen für sich gefunden, die einen sanft aber unwiderstehlich mitnimmt - auf die Reise in eine faszinierende Zwischenwelt aus Vaudeville-Verlockung, Broadway-Extravaganz, Jazzclub-Intimität, Dancefloor und Elektronik-Klanglabor.

Die leidenschaftliche und noble Diseuse Sonja Romei erzählt mit lasziver Stimme Geschichten aus einem verspielten, glitzernden Mikrokosmos zwischen Hinterzimmer und großer Bühne. Mit sicherem Gespür fürs Arrangement und einer stilvollen Vintage-Klangästhetik zaubern Lorelei Lee aus charmanten Grooves, eleganter Instrumentierung und elektronischen Klängen ihre reduzierten und doch so reichen Atmosphären und Songs.

Perfekt hingehauchte Chansons, Downbeat-Pop mit viel Jazzappeal, verblüffende elektronische wie instrumentale Details und die hervorragende Produktion von Rene Kornfeld und Patrick Pulsinger erzeugen einen Gesamtsound, in dem die Grenzen zwischen gespielt und programmiert zusehends verschwinden. Kongenial der Gastauftritt des großartigen Crooners David Kleinl (Tanz Baby!) auf dem nonchalant-fiesen Track “Mann Deiner Wahl”. Und als passenden Abschluss gibt´s eine auf die Essenz reduzierte, hintersinnige Version des Hildegard-Knef-Klassikers “Für mich solls rote Rosen Regnen” - könnten Sie da widerstehen?

PROTESTANT WORK ETHIC:
Die Subversion der Gelassenheit.
Mit so viel sympathischem Hohn wurde dem wahnwitzigen Effizienzdenken selten eine reingesemmelt. Denn dass sich eine derart relaxte und verspielte Combo “Protestant Work Ethic” nennt, zeugt von subtiler Ironie & der einzig richtigen Sicht auf die Welt. Das Geheimnis zeitloser Songs? Simon Usaty & seine Mitarbeiter praktizieren es: sich Zeit nehmen und genau in sich hinein hören. Mollige Weihnachtsbläser geben die Staffel in aller Ruhe weiter an ein Banjo, das über Stock und Stein hüpft. Dabei trifft es auf verstreute Choristen & Harp-Töne, die sich alle mit auf den Weg machen, um dem weiten Horizont hinter die Kulissen zu schauen. Ankommen heißt weiterschlendern - auch wenn in den Songs gern mal ein Gang zugelegt wird.

Große Gesten werden hier nicht zelebriert, sondern tauchen nebenbei auf. Folk, Pop oder Americana mit einem kräftigen Schuss Wiener Melange-Melancholie? Ja, das auch. Aber noch viel mehr. Protestant Work Ethic schenken uns mit Rush For Second Place eine akustische Foto-Collage mit ins Pastell verwaschenen angegrauten Momentaufnahmen, die unaufdringlich aber dafür umso dauerhafter in den Gehörgängen ihre Zelte aufschlagen.

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