Theater

Kongregation – eine liturgische Performance


„Literarisches Kunstwerk“ und „Provokation“ hieß es in Kritiken von Lydia Haiders viel beachtetem Romandebüt Kongregation (Müry Salzmann, 2015), in dem mit biblisch-homerischer Wucht von mörderischen Vorgängen in einem Dorf berichtet wird.
Als Kunstfigur Hieronymus L. Haider inszeniert die Autorin den gesamten Romantext als Liturgie. Aus dem Griechischen leiturgía (=öffentliches Werk oder Dienst) kommend, bezeichnet Liturgie im religiös-christlichen Kontext die Gesamtheit des Gottesdienstes. Und so wird Kongregation als Gesamtkunstwerk – mit Musik, Bildern und Gerüchen – zu erleben sein.
„Es liest und predigt das Diktiergerät, es singt und musiziert kein gewöhnlicher Kirchenchor, und die Zeichnungen sind eigentlich aus einem kriminologisch-medizinischen Diavortrag. Doch dann beginnt das Pseudonym zu bröckeln, es löst sich, und auch doch wieder nicht. Weihrauch gibt es auch.“ (Lydia Haider)
Performance: Hieronymus L. Haider
Musik: Johannes Oberhuber; Lydia Haider
Zeichungen: Anton Granzner

Hieronymus L. Haider, geb. 1980, Kunstfigur, Alter Ego der Schriftstellerin Lydia Haider.
Lydia Haider, geb. 1985, studierte Germanistik und Philosophie, Start-Stipendium des BMUKK für Kongregation (2015), Stipendium am Literarischen Colloquium Berlin (2016).


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