Theater

Wunschkonzert


Es ist Abend. Eine Frau, allein in ihrem Apartment, jede noch so einfache Tätigkeit zelebriert sie. Abendbrot, Fernsehen, Wohnungsreinigung, Kartenlegen werden zu absurd-komischen Ritualen eines scheinbar belanglosen Alltags.

Die junge Regisseurin Yana Ross aus Litauen, die an der Yale University studiert hat, ist erstmals bei den Wiener Festwochen zu Gast.
Die polnische Starschauspielerin Danuta Stenka besitzt das phantastische Talent, auf der Bühne schweigen zu können. Sie braucht überhaupt nichts zu tun, sie muss einfach nur da sein, man kann die Augen nicht von ihr abwenden. Ein offener, für die Zuschauer von allen Seiten einsehbarer Raum verstärkt ihre magische Präsenz. Sie lebt dort, so unmittelbar nah, dass die Zuschauer die Zeitschriften mitlesen können, die sie aufschlägt. Ihre Welt ist nach einem geometrischen Plan angelegt und völlig hermetisch – wollte man sie berühren, müsste man eigentlich nur die Hand ausstrecken. Erst wenn das Leben der Bühnenfigur vorüber ist, bemerkt die Schauspielerin, dass sie die ganze Zeit nicht allein gewesen ist. Schon aus einer anderen Welt, mit nicht mehr lebendigem Blick sieht sie uns Zuschauer an. Bis dahin hat Danuta Stenka jede noch so winzige Kleinigkeit schmerzlicher und teuflischer gemacht als jedes große Unglück. Denn jede Kleinigkeit ist tödlich.

Inszenierung Yana Ross
Dramaturgie Aśka Grochulska
Bühne Simona Biekšaitė
Musik Aśka Grochulska, Tomasz Wyszomirski
Licht Mats Öhlin
Projektkurator Marcin Zawada
Radiostimme Wojciech Mann

Mit Danuta Stenka


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