Theater

Komödie im Dunkeln


Peter Shaffer arbeitet mit einem genialen Trick: Nach einem Kurzschluss müsste die Bühne eigentlich im Dunkeln liegen, doch die Lichtverhältnisse sind umgekehrt. Die Zuschauer sehen alle Ereignisse im hellen Tageslicht, während die Schauspieler so tun müssen, als ob sie im Dunkeln tappen würden. Situationskomik und erhellende Missverständnisse sind das Resultat: Alle stolpern und stürzen. Gleichzeitig wähnen sie sich unsichtbar und somit unbeobachtet. So entstehen umwerfend komische Momente.

Brindsley Miller, ein junger erfolgloser Bildhauer, lädt den Kunstsammler Godunow und seinen zukünftigen Schwieger­papa in seine Wohnung ein. Große Erwartungen sind mit diesem Abend verbunden. Godunow soll ihm ein Kunstwerk abkaufen und der Vater seiner Verlobten Carol soll sein Einverständnis zur geplanten Hochzeit geben.

Um seinen Schwiegervater in spe zu beeindrucken, hat sich Brindsley Miller die wertvollen Möbel seines Nachbarn, der gerade auf Urlaub ist, heimlich ausgeliehen. Brindsley verdient als Künstler nicht viel, und so wollen er und seine Verlobte Carol bei ihrem strengen Vater den Anschein von Wohlstand erwecken. Doch ein Stromausfall durchkreuzt alle Pläne. Die Täuschungsmanöver und der Stromausfall bieten die Ausgangslage für eine turbulente Farce.

Peter Shaffer arbeitet mit einem genialen Trick: Nach einem Kurzschluss müsste die Bühne eigentlich im Dunkeln liegen, doch die Lichtverhältnisse sind umgekehrt. Die Zuschauer sehen alle Ereignisse im hellen Tageslicht, während die Schauspieler so tun müssen, als ob sie im Dunkeln tappen würden. Situationskomik und erhellende Missverständnisse sind das Resultat: Alle stolpern und stürzen. Gleichzeitig wähnen sie sich unsichtbar und somit unbeobachtet. So entstehen umwerfend komische Momente. Die Möbel werden in völliger „Dunkelheit“ Stück für Stück wieder in die Wohnung des Nachbarn geschafft, als dieser unvermutet auftaucht; eine ängstliche Nachbarin, die Zuflucht sucht und der reiche Kunstsammler müssen im Finstern umsorgt werden. Und dann taucht auch noch die ehemalige Geliebte von Brindsley auf, die die Situation schamlos für sich zu nutzen weiß.

„Vor Jahren hatte ich in London eine Aufführung der Peking Oper gesehen. Sie spielten eine Szene in einer Herberge während der Nacht. Ein Krieger legte sich hin, um zu schlafen und ein Bandit kroch durch das Fenster herein. Der Krieger griff nach seinem Schwert und forderte den Eindringling heraus. Sie kämpften. Wir konnten die Duellanten sehen, wie sie sich austricksten und aufeinander einschlugen, sie jedoch, den Spielregeln gehorchend, sahen überhaupt nichts. Sie taten nämlich so, als ob sich alles in absoluter Dunkelheit abspielte, nur dass die Dunkelheit durch ein intensives weißes Licht dargestellt wurde.

In den folgenden Jahren hatte ich mich oft gefragt, ob diese wundervolle chinesische ­Erfindung – die Umkehrung von Licht und Dunkelheit – nicht auch in einer englischen Komödie verwendet werden könnte.“ So weit Peter Shaffer.

Der englische Autor wurde 1926 in Liverpool geboren. Er arbeitete u. a. in der New York Public Library, als Redakteur für symphonische Musik und als ­Musikkritiker. Diese Komödie wurde 1965 uraufgeführt; sein ­bekanntes Stück Amadeus hatte 1979 seine Uraufführung und wurde 1983 von Milos Forman verfilmt und mit mehreren Oscars ausgezeichnet.

Leitung

Inszenierung Peter Wittenberg
Bühne Florian Parbs
Kostüme Alexandra Pitz
Musik Wolfgang Siuda
Dramaturgie Franz Huber

Besetzung

Brindsley Miller - Christian Manuel Oliveira
Carol Melkett - Jenny Weichert
Miss Furnival - Bettina Buchholz
Colonel Melkett - Lutz Zeidler
Harrold Gorrings - Vasilij Sotke
Schupanski - Manuel Klein
Clea - Anna Eger
George Godunow - Sven-Christian Habich


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