Klassik

Kollektiv Okabre - 1777, below faces, far away from error


Das Kollektiv Okabre interpretiert die verschollen geglaubten Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem Jahre 1777.

Seit den 60ern des vorigen Jahrhunderts war unter Musikwissenschaftlern bekannt, dass sich der Komponist in diesem Jahr intensiv mit einer Auftragsarbeit für den damaligen Statthalter Namtu Oswani der Baía de Maputo - die ehemalige Delago Bucht an der Küste von Mosambik - beschäftigte. In diesem Jahr erwarb die österreichische Handelskompanie einen Hafen im Zuge der Kolonialpolitik in Ostafrika. Das Übereinkommen von Mozart und Oswani geht aus einem Briefwechsel hervor, welcher vom österreichischen Dokumentationsarchiv belegt ist.

Die vollständige Partitur wurde niemals gefunden. Teile davon wurden bis 1958 vorerst einem Schüler von Mozart, Joseph von Eybler zugeschrieben. Wie sich aber herausstellte, bekam dieser in den Jahren 1777 -1779 vorerst Unterricht von Johann Georg Albrechtsberger. Die Freundschaft zu Mozart begann erst Jahre später, als er die Direktion des Kamelitenchor übernommen hatte.

Die Lücken der unfertigen Partitur umfassen sechs Liedformen, ein Impromptu und einen Sprechchor. Das Kollektiv Okabre ist voriges Jahr an Professor Dr. Heinrich Klein der Bibliotheca Mozartiana im Mozarteum in Salzburg herangetreten, um vor Ort die Abschriften zu besichtigen. Für das Jahr 2018 haben sie sich an die Arbeit gemacht, um die fehlenden Stellen aus heutiger Sicht neu zu interpretieren.

Das Linzer Kollektiv Okabre besteht seit 2015, und arbeitet an Vertonungen für Filme, Lesungen und Performance. Zwischen Song und freiem Spiel, zwischen Übertreibung und understatement, zwischen Dramatisierung und romantischen Vorstellungen wird die Achtsamkeit vor dem nächsten Ton hörbar. Klangforschung begegnet Formen des Psychologie-Theaters ohne Berührungsängste zwischen Industrial, Jazz, Voodoopop und Spätromantik.

Andreas Wahl - drums
Günther Gessert - theremin, marxophone
Florian Graf - guitar, objects
Manfred Rahofer - electronics
Thomas Pichler - bass, synth
Electric Ray - vocals, effects


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