Volxmusik / Neue Volksmusik

Kofelgschroa


In Deutschland, wo Volksmusik, im Gegensatz zu Österreich, längst keine lebendige Tradition mehr ist, ist jeder bessere neo-folkloristische Ton gleich eine Sensation. Die kann natürlich nur aus Bayern kommen, dem letzten, fast schon nicht-deutschen Refugium mit einzigartiger Volksmusikpflege zwischen Bergen und Almauftrieb.

Und wenn dann in Oberammergau einmal nicht der Herrgottschnitzerei nachgegangen wird, dann wird es wohl rund um den dortigen Hausberg, den Kofel, richtig laut. Und zwar so laut, dass sich ein Quartett, das sich brav „Kofelmusik“ nannte, auf Geheiß der Einheimischen in „Kofelgschroa“ (Kofelgeschrei) umbenannte. Seit 2012 ist das Berggeschrei so verhaltensauffällig, dass sich die deutschen Feuilletons vor Lob und Verwunderung nicht mehr recht auskennen: Die Kofels seien „Parallelzeitwesen, deren innere Uhren in ihrer genau richtigen Geschwindigkeit ticken – unbeirrt“, schrieb die Süddeutsche Zeitung, es wurden rasante Vergleiche zwischen Karl Valentin, J.J. Cale und diversen Freak Folks-Combos gezogen, und das Fazit wurde im Radio Eins aus Berlin verkündet: „Gäbe es deutschen Folk, dann wären die das.“ Und die, die machen das mit Tuba und Tenorhorn, mit schleppend-schepperndem Marschrhythmus, leierndem Akkordeon und schrammelnder Gitarre als eine Form von lyrisch-exotischem Bayernkrautfolkdubrock, die es nun auch jenseits des Kofels zu hören gibt.

Matthias Meichelböck - Tenorhorn, Posaune, Gesang
Martin von Mücke - Helikontuba
Maxi Pongratz - Akkordeon, Harmonium, Gitarre
Michael von Mücke - Gitarre, Flügel, Kornett, Maultrommel, Klavier


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