Neue Klassik

Klangspuren Schwaz 2016


Die 23. Ausgabe des Tiroler Festivals für neue Musik KLANGSPUREN nimmt die jungen Sterne am Himmel der Gegenwartsmusik in den Fokus. Eine neue Generation von Musikerinnen und Musikern, von Komponisten und Komponistinnen hat sich auf den Weg gemacht.

Sie gehen unbefangener als ihre Vorgänger mit der Geschichte der Musik und ihren Avantgarden um, sie tummeln sich vielfach in heterogenen Strömungen, auch in popkulturellen und improvisatorischen Sphären. Sie schätzen die „Performance“. Ihre Haltung lässt sich kennzeichnen als spielerische Renitenz, als unverbohrte Lust an lakonischer Dekonstruktion, als Neugier auf konzeptuelle Reflexion, als Freude an Ironie und Witz, gepaart mit hochprofessionellen Spielfertigkeiten und kenntnisreichem Umgang mit digitalen Technologien und Medien. Hier liegt der Reiz auf der Hand, sich mit musikalischer Anverwandlung von popularkulturellen und massenmedialen Chiffren zu beschäftigen, wie sie in Comics, Mangas, Cartoons, Graffitis und anderen Formen „schneller“, lapidarer und stilisierender Ikonisierung zum Ausdruck kommen.

Durch die Gründung der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) vor 13 Jahren hat das Ensemble Modern, die weltberühmte Spezialformation für neue Musik, frühzeitig sein Engagement für die Förderung und Ausbildung des professionellen Nachwuchses in der neuen Musik deutlich gemacht. Und von Anfang an ist das Festival KLANGSPUREN mit einer zweiwöchigen IEMA-Sommerakademie als Partner dabei – Anlass genug, in 2016 die IEMA einmal beispielhaft in ihrer großen Dimension, in ihrer vollen Breite und Tiefe zu präsentieren. Die 13. KLANGSPUREN IEMA erweitert ihren gewohnten Kern um ein großes Eröffnungskonzert mit dem ENSEMBLE MODERN ORCHESTRA, das sich aus den aktuellen Klangspuren-Akademisten, ehemaligen und aktuellen Teilnehmern des einjährigen Meisterkurses der IEMA in Frankfurt und dem eigentlichen Ensemble Modern zusammensetzt. An den Folgetagen des Eröffnungswochenendes werden diese Musikergruppen in Konzerten mit Werken überwiegend sehr junger Komponisten jeweils auch separat zu hören sein – ein Kosmos junger Sterne wird sichtbar.

Mit Enno Poppe als dirigierendem Composer in Residence wurde eine vielseitige und international geschätzte Künstlerpersönlichkeit gewonnen, die als Pionier und Galionsfigur der Generation junger „Dekonstruktivisten“ gelten kann. Das Festival stellt in diesem Kontext überdies eine Reihe von Ensembles neuen Typs vor – netzwerkartig arbeitende Musikerkollektive, deren Repertoire auf der Basis konzeptueller Ideen in enger Zusammenarbeit mit wenigen ausgewählten Komponisten entsteht: ensemble mosaik, Black Page Orchestra, zeitkratzer, Trio Catch, Ensemble Nikel, True Lobster, Duo Enßle-Lamprecht, ensemBle baBel, „A“ Trio.


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