Alte Musik · Klassik

KKK Nr. 8: Ohne Titel


Im KKK Nr. 8: Ohne Titel, am 20.10., stoßen mit dem Komponisten Carlo Gesualdo und dem Wiener Aktionisten Otto Muehl zwei der wohl schillerndsten und kontroversesten Figuren in Musik- und Kunstgeschichte aufeinander.

Im KKK Nr. 8: Ohne Titel, am 20.10., stoßen mit dem Komponisten Carlo Gesualdo und dem Aktionskünstler Otto Muehl zwei der wohl schillerndsten und komplexesten Figuren in Musik- und Kunstgeschichte aufeinander. Lebensgroße Fotoabzüge früher Materialaktionen, deren Motive Muehl in seinen letzten Lebensjahren aus mehreren hundert Negativen ausgewählt und genehmigt hat, beweisen die nachhaltige Aktualität und Radikalität seines Werks.

Geboren um im Neapel des 16./17. Jahrhunderts zu herrschen, war Carlo Gesualdo, Principe da Venosa, die Fürstenpflicht ein Gräuel, der er sich entzog, so oft es ging. Nur in der Jagd, die er mit großer Leidenschaft, ja Grausamkeit, betrieb, und in der Musik, über die man fast dasselbe sagen könnte, konnte er Ruhe und Muße finden.

Franz Koglmann (Jazzlegende, Trompeter), Wolfgang Seierl (Komponist, Gitarrist, Maler) und Alexander Kukelka (Komponist, Pianist, Dirigent), werden sich musikalisch mit den Exzessen in Gesualdos Werken und Wirken auseinandersetzen.

Otto Muehl wurde als Begründer des Wiener Aktionismus berühmt. Einen Schlüssel zu seinem Werk, das Künstler von Martin Kippenberger bis Elke Krystufek inspirieren sollte, legte er 1962 mit der Performance "Die Blutorgel". Von 1964 bis 1966 führte er zahlreiche „Materialaktionen“ durch, 1966 entwickelte er in enger Zusammenarbeit mit Günter Brus einen neuen Aktionstyp, bei dem der Körper selbst und seine Funktionen als das eigentliche Material begriffen wurden. Muehl wandte sich bereits in den 1960er-Jahren alternativen Lebensformen zu, praktizierte freie Sexualität und entschied sich für die Wohngemeinschaft, später Kommune, als Form des Zusammenlebens

CARLO GESUALDO
Io parto e non più disse
Luci serena e chiare
Itene, o miei sospir
Moro, lasso, al mio duolo
S'io non miro non moro

Alexander Kukelka, Hoketus für Gesualdo, ca. 14 min
Wolfgang Seierl
I go, I remain, ca. 10 min
Franz Koglmann
Jazzualdo, ca. 12 min

Blockflöte/Barockfagott:
Christine Gnigler
Streichtrio:
Marianna Oczkowska, Violine
Marta Potulska, Viola
Mara Achleitner, Violoncello
Christian Eichhorn, Theorbe / Arco di Liuto
Wolfgang Seierl, e-Gitarre
Franz Koglmann, Trompete

Rezitation: Harald Jokesch


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