Film

Kino am Mittwoch: Film- & Diskussionsveranstaltung


Kino am Mittwoch,
Film- und Diskussionsveranstaltung bei freiem Eintritt!

8.10.2014
"Natasha”, Ulli Gladik
A / 2008 / Doku / 84min / OmU
Diskussionsthema: "Stigmatisierung & Bettelmigration"
Diskussion: Ulli Gladik, Birgit Hebein (Sozialsprecherin, die Grünen), Marina Delcheva (die Presse). Moderation: Gerd Valchars (Uni Wien)

Natasha lebt in einer kleinen Stadt in der Nähe von Sofia/Bulgarien. Um ihre Familie zu ernähren, fährt sie seit drei Jahren mehrmals jährlich nach Österreich um zu betteln. Ulli Gladik, Kamerafrau und Regisseurin in Personalunion, begleitete Natasha und ihre Familie im Zeitraum von fast zwei Jahren. Der Film zeigt Natashas Alltag als Bettlerin in Österreich und die Lebensumstände in ihrer Heimat.
BettlerInnen erzeugen Scham und machen Angst. Man will sie nicht sehen, weicht aus und hat alle möglichen Vorurteile. BettlerInnen sind die Unberührbaren unserer Gesellschaft. Mit dem Film wollte ich einen Menschen aus dieser Anonymität herausholen und zeigen, wer das ist - quasi dessen Berührbarkeit vermitteln - und ich danke Natasha für ihre Geduld und Bereitschaft den Film möglich zu machen. (Ulli Gladik)

15.10.2014
"Schatten der Scham", Sabina Zwitter-Grilc.
A / 2013 / Doku / 90min / OmU
Diskussionsthema: “Marginalisierung autochthoner und allochthoner Minderheiten”
Diskussion: Sabina Zwitter-Grilc, Thomas Weiss (Romano Centro), Wolfgang Zinggl (Minderheitensprecher, die Grünen). Moderation: Gerd Valchars (Uni Wien)

Der Dokumentarfilm von Sabrina Zwitter-Grilc befasst sich mit dem Leid der nachfolgenden Generationen. Die NS-Vertreibung der Jüdinnen und Juden, Romnija und Roma und Kärntner Sloweninnen und Slowenen hat bei den Opfern Wunden hinterlassen, die bis heute nicht verheilt sind.
„Wird einer Minderheit eingeredet, weniger wert zu sein und das über Generationen hinweg, beginnen die Erniedrigten an diese Diskriminierung zu glauben“, erklärt der Bürgerrechtskämpfer Harry Belafonte in „Schatten der Scham“, und artikuliert damit die globale Dimension einer Problematik, der sich die drei jungen Heldinnen des Filmes unerschrocken stellen.

22.10.2014
"The other europeans: der zerbrochene Klang" Wolfgang & Yvonne Andrä.
GER / 2011 / Doku / 122min / OmU
Diskussionsthema: "Antiziganismus in Medien- & Kulturlandschaft"
Diskussion: Barbara Tiefenbacher (Wissenschafterin, Romistin), Gilda Horvath (ORF), Benjy Fox-Rosen (Klezmer-Komponist), Moderation: Tanja Malle (Ö1)

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts lebten jüdische und Roma-Musikerfamilien in Bessarabien zusammen, heirateten untereinander und musizierten gemeinsam. Diese jüdischen Klezmer- und Roma-Lautarimusiker formten eine gemeinsame Musikkultur, die durch den Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. 70 Jahre später begeben sich 14 international bekannte Musiker aus aller Welt auf eine Reise in diese Vergangenheit. Die musikalische Suche nach dem zerbrochenen Klang führt sie zu hinreißender Musik, aber völlig unerwartet auch zu einer teils sehr schmerzlichen Erforschung ihrer eigenen Identität und Stellung als Juden und Roma in und außerhalb Europas.

29.10.2014
"Willkommen zuhause" & "Stille Post", Eliza Petkova.
Diskussionsthema: "Ethnophobie & Ausgrenzung"
(Publikums)gespräch: Eliza Petkova und Alev Korun (Menschenrechtssprecherin, die Grünen)

Willkommen zuhause:
GER/KOS / 2011 / Doku / 69min / OmU
Am 14. April 2010 wurde das Rückübernahmeabkommen zwischen Deutschland und Kosovo unterzeichnet. Seitdem finden zunehmend Abschiebungen von aus dem Kosovo stammenden Roma statt. In den Flugzeugen sitzen Menschen, die meistens seit über zehn Jahren in Deutschland leben und nun im Kosovo ihre Heimat finden sollen. Wie gelingt es jemandem, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, sich in einem fremden Land zu Hause zu fühlen, ohne dass er die Sprache beherrscht, ohne die Möglichkeit, die Straße in Ruhe und Sicherheit zu betreten?

Stille Post:
GER / 2010 / Doku / 55min / OmU
„Sie sind schmutzig. Sie klauen. Sie sind ungebildet.“ Das sind die drei häufigsten Formulierungen, die mit den Roma in Bulgarien in Verbindung gesetzt werden. Viele der Nichtbulgaren fühlen sich bedroht und ungerecht behandelt. Ihre Abneigung gegenüber den Roma wird verstärkt durch ein zunehmend wachsendes Nationalgefühl und den Stolz, ein ethnischer Bulgare zu sein. Bulgarische Nationalisten, Vertreter der Roma, Politiker, Schüler, Rentner teilen ihre Betrachtungen und Erfahrungen vor der Kamera mit. Manche fühlen sich bedroht und ausgenutzt, andere – diskriminiert und unterdrückt. Eins verbindet die beiden Pole – sie fühlen sich als Opfer in ihrem Heimatland – Bulgarien.


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