Jazz · Klassik

Ketil Björnstad


Der norwegische Grenzgänger Ketil Björnstad verwebt kunstvoll Jazz- und Folklore-Elemente, akustische Instrumente mit elektronischen Sounds.

"Spiele keine Note zuviel" - das ist das selbstgewählte, künstlerische Motto von Ketil Bjornstad. Und das spätestens seit Mitte der 90er Jahre zum vielbeachteten Markenzeichen dieses Homme des Lettres ist. Denn der 1952 in Oslo geborene Bjornstad ist nicht nur Pianist, Komponist und Improvisator. sondern Norwegens großer Schriftsteller und Erzäler, bisweilen sogar Bestsellerautor.
Tiefgehend strahlt sein Pianospiel - gleichsam vor Ruhe, läßt abheben und auf Klangwolken taumeln, seine Aufnahmen mit Dave Darling (cello) sind Kult. Der norwegische Grenzgänger Ketil Björnstad verwebt kunstvoll Jazz- und Folklore-Elemente, akustische Instrumente mit elektronischen Sounds. Tiefgehend strahlen die Songs gleichsam vor Ruhe, vermitteln das Gefühl von Entspannung und Meditation, lassen die Zuhörer abheben und auf Klangwolken taumeln.
Ketil Bjørnstad zählt zu den bedeutendsten Pianisten Norwegens. Sein melodiöses Spiel fußt ebenso auf Elementen der europäischen Konzertmusik wie auf einem großen, durch den Jazz inspirierten, Improvisationsvermögen. Seine Kompositionen wurden u. a. in Filmen von Jean-Luc Goddard oder Ken Loach verwendet. Obwohl man Ketil Bjørnstad allgemein dem Jazz zurechnet - er selbst sieht dies durchaus nicht so eindeutig - liegen seine Wurzeln doch in der Klassik, immerhin debütierte er 1969 mit Bartóks drittem Klavierkonzert beim Osloer Philharmonischen Orchester. Einige Zeit sah es so aus, als wenn Ketil Bjørnstad bei dieser Musik bleiben würde, wäre da nicht die in jenen Jahren pulsierende Jazz-Szene Oslos gewesen. Der ihm neue, spielerische Ansatz der Jazzmusiker brachten den damals achtzehnjährigen Musiker von dieser vorgezeichneten Bahn ab. Ab diesem Moment sei ihm klar geworden, was er wirklich wolle, sagt er: die eigene Musik schreiben und spielen.
Einem noch größeren Publikum ist Ketil Bjørnstad darüber hinaus als Schriftsteller bekannt. Seine Novelle „Vindings Spiel“ war auch in Deutschland in den Bestsellerlisten an vorderster Stelle vertreten. In seinem Heimatland ist Bjørnstad Kult. In Deutschland ist er, obwohl hier nur ein Bruchteil seiner mehr als zwanzig Werke übersetzt ist, immerhin der wohl bekannteste norwegische Autor. Und möglicherweise gibt es niemanden sonst, der in Büchern und Romanbiografien die Seele Norwegens so spiegelt wie Ketil Bjørnstad.


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