Theater

Keine Gnade für Ed Slovik


Zum 70-jährigen Ende des Zweiten Weltkriegs geht das klagenfurter ensemble der Frage nach, inwieweit Desertieren als Akt der Gewaltverweigerung zu Feigheit oder Mut wird.

"Hingerichtet werden ja gewöhnlich bloss Gewaltverbrecher. Aber nach dem, was sie sagen, wurde er erschossen, weil er keine Gewalt leiden konnte, weil er vor der Gewalt weggelaufen ist. Dass er davonlaufen wuerde, das hätte ich den Generälen gleich sagen können."
Zum 70-jährigen Ende des Zweiten Weltkriegs geht das klagenfurter ensemble der Frage nach, inwieweit Desertieren als Akt der Gewaltverweigerung zu Feigheit oder Mut wird. Während in der Deutschen Wehrmacht und der Roten Armee Tausende wegen Fahnenflucht hingerichtet wurden, ereilte dieses Schicksal in der US-Army ‒ trotz über 21.000 Deserteuren ‒ nur einen einzigen Soldaten.
Dem Fernbleiben militärischer Verpflichtungen widmete sich Hans Magnus Enzensberger in dem Essay "Der arglose Deserteur. Rekonstruktion einer Hinrichtung" wie auch Heiner Müller in dem Theatertext "Wolokolamsker Chaussee I": auf der einen Seite eine Armee, auf der anderen ein einzelner Hauptmann, der über das Urteil der Fahnenflucht entscheidet. Die Texte bilden die Grundlage für die ke-Produktion "Keine Gnade für Ed Slovik ‒ amerikanisches Ende vor russischer Eröffnung", das der Regisseur Rüdiger Hentzschel auf die Bühne des theaterHALLE 11 bringt.

Parallel zum Theaterstück gibt es eine Ausstellung mit Grafiken von Peter Assmann und weiteren heimischen Künstler_innen in Kooperation mit dem Kunst.Raum.Villach zum Thema Gewaltverweigerung|Fahnenflucht in den Räumlichkeiten des theaterHALLE 11 ab 18.30 Uhr während der Aufführungstage.


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