Tanz

Katharina Greimel, Ana Jelušić & Sara Lanner - Werkstück 2015


FIRST STEPS – Im Rahmen von Werkstück gibt das Tanzquartier Wien in jeder Saison den jungen ChoreografInnen Zeit, Raum und Unterstützung um innerhalb von sechs Monaten eine eigene Produktion zu erarbeiten und an drei Abenden im Juni der Öffentlichkeit zu präsentieren. In diesem Jahr wird das Nachwuchsformat von dem Regisseur Yosi Wanunu gecoacht und steht unter dem Motto Reality Check.

Katharina Greimel, Ana Jelušić und Sara Lanner sahen für ihre Arbeiten "der Wirklichkeit in die Augen" und präsentieren drei unterschiedliche Arbeiten über diesen flüchtigen Zustand "Gegenwart" genannt.

KATHARINA GREIMEL
(worum) es geht
Choreographie in fünf Ge dichten

Stell dir vor, du gehst. Stell dir vor, diese Vorstellung ginge dir durch den Kopf. Stell dir vor, diese Vorstellung ginge dir auch in die Beine. Und stell dir vor, diese Vorstellung ginge um etwas. Stell dir vor, dass dein Gehen um etwas geht.

In dieser Choreographie in fünf Ge dichten geht Katharina Greimel ihrem Interesse für eine bewegungsorientierte Perspektive auf Sprache weiter nach. Ausgehend von gehen -- der Bezeichnung sowie der Bewegung -- lässt sie Text und Körper ineinandergreifen. Dabei untersucht sie Wege des Verstehens, die sich in Räumen bewegter Bedeutung ergeben.

KONZEPT, CHOROEGRAFIE, PERFORMANCE: Katharina Greimel
DANK AN: Yosi Wanunu, Ana Jelusic, Sara Lanner






ANA JELUŠIĆ
The Room Series: Names
Eine Reihe von Objekten, die einen Raum andeuten, werden durch Sprache zum Thema gemacht. Physische Beschreibungen, persönliche, kategorische und vorgestellte Namen dienen dazu, Sprachspiele zu erfinden. Es ergibt sich eine Choreografie: eine Choreografie des Zeigens, wie ein Glossar; eine Choreografie der Einführung, wirklich freundlich, die spielerisch ist, und herumwirbelt, um sich in den eigenen Schwanz zu beißen. Im Rahmen dieser Choreografie des Imaginären erscheinen Wort ‒ Objekt-Beziehungen als etwas, das sie nicht sind, und produzieren so das Mögliche, die Öffnung. Oder eine Niederlage, die Einsamkeit innerhalb der Realität von Wörtern und Körpern, die sich im Inneren und in den Räumen zwischen Wörtern befinden. Dies aber ist ja nur ein Spiel für Kinder.






SARA LANNER
AUSstellenENTstellen
Ausgehend von Thomas Hirschhorns Arbeit Collage-Truth (2012) untersucht Sara Lanner Körper in Kommerz und Krieg. Im unmittelbaren Aufeinandertreffen gegensätzlicher Körperbilder beschäftigt sie sich mit der Kategorie der Integrität. Das Ausstellen von Körpern wird als Mechanismus des Entstellens befragt. Dafür setzt sich Sara Lanner mit der Instrumentalisierung von Körpern zu Werbe- und Propagandazwecken auseinander.

KONZEPT, CHOREOGRAFIE, PERFORMANCE: Sara Lanner
KOMPOSITION, SOUND DESIGN: Michael Wedenig
DANK AN: Yosi Wanunu, Katharina Greimel, Ana Jelušić



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Katharina Greimel absolvierte von 2002 bis 2008 das Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien. 2014 schloss sie den Studiengang "Tanz, Kontext, Choreographie" am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz an der Universität der Künste Berlin ab. Sie erhielt das Dancewebstipendium 2014 für das Impulstanzfestival, ein Startstipendium des österreichischen BMUKK sowie ein Tanzstipendium des Berliner Senats. Zuletzt zeigte sie die Performance-Lesung komm kopflos im ada Studio Berlin.

Ana Jelušić kommt aus Kroatien. Sie schloss ihr BA-Studium in englischer und spanischer Sprache und Literatur an der Universität von Zagreb ab und absolvierte außerdem erfolgreich das BA-Programm "Tanz, Kontext, Choreografie" an der HZT (UdK) in Berlin. Sie liebt viele Wörter, zum Beispiel: Raum, wie in There is no room for the couch in the kitchen. Und sie liebt Bewegung und Tanz, wie in There is no room for the couch in the kitchen and loves movement and dance, as in: when you stand, one arm extended next to the body, the other one in a position of choice and then swinging the first arm up and pointing. Seit langer Zeit tanzt sie, betätigt sich künstlerisch und hat noch Vieles in der Zukunft vor.

Sara Lanner ist freischaffende Choreografin und Tänzerin/Performerin in Wien. Sie wurde 1991 in Salzburg geboren. Sara Lanner beschäftigt sich mit Performance sowohl im Bereich Tanz als auch im Bereich biIdender Kunst. Sie absolvierte 2013 ihr BA-Studium in Zeitgenössischem Tanz und Tanzpädagogik an der Anton Bruckner Universität Linz. Sie war Stipendiatin am Tanzquartier Wien für die Saison 13/14 sowie des danceWEB-Programms 2014 im Rahmen des ImPulsTanz Festivals Wien. Zuletzt erhielt sie das STARTStipendium 2014 des Bundeskanzleramtes Österreich. 2015 Residency an den Uferstudios Berlin im Rahmen des Tanztage Festivals Berlin und der Life Long Burning-Wild Cards. In ihren letzten Solo- und Kollektiv-Arbeiten entstanden interdisziplinäre sowie auch interaktive Performances. Sie arbeitete u.a. mit Akos Hargitay und der Company Wildlaks als Tänzerin und Performerin. Seit 2015 studiert Sara Lanner Performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Michael Wedenig Der in Wien lebende Gitarrist, Komponist und Tonkünstler wurde 1985 in Klagenfurt geboren. Sein Studium am Vienna Music Institute (u.a. bei Andy Manndorff und Peter Rom) schloss er 2009 ab. Seitdem beschäftigt er sich neben musikalischen Projekten intensiv mit interdisziplinären Kollaborationen: so arbeitet er mit der KünstlerInnengruppe Das graue B♭ regelmäßig an audio-visuellen Installationen, komponiert Soundtracks für Tanzstücke, Kurzfilme sowie für den Spielfilm Reflections of Maya Rose. Wedenigs erstes Solo-Album stadt | land | fuzz erscheint im April 2015 auf KETO Recordings.


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