Jazz

Kassiopeia


Was den Jazzbegriff des Duos jedoch besonders prägt und seine Musik so neu macht, ist die genredurchlässige Improvisation. Diese setzen die Musiker intuitiv um, indem sie zulassen, was im Jetzt ausgedrückt werden will.

Genredurchlässig. Ein Begriff, welcher musikalisch vieles erklären/definieren/entgrenzen/verschleiern kann: kommerziell-kommensurable Weltmusicke, stilistisches Halb- & Unvermögen, globalbanale „Anything-Goes-Klänge“, ethno-esotherische Sound-Gefälligkeiten und dergleichen mehr: siehe Shakespeare: As You Like It:
All the world´s a stage,
And all the men and women merely players;
They have their exits and their entrances…

Hingegen sei im vorliegenden Fall an dieser Stelle aufatmend angemerkt: Anderluh/Baumanns Verständnis jener „Genredurchlässigkeit“ ist weit entfernt von all den oben genannten maroden Errungenschaften aktueller Musikbetriebsamkeiten. Zu hören ist eine subtil wie auch musikalisch virtuos agierende junge "Singer-Songwriter-Avantgarde“ auf der Suche nach diversen Zeitgeist-Befindlichkeiten, den verstörenden Abgründen & betörenden Glücksmomenten im Heute & Jetzt. Um uns vielleicht so manchesmal einen Durch-, Über- & Einblick auf Zukünftiges zu gestatten.
Was denn zu Erwarten sei…? Vieles.

Doch mögen den immerfort gesegneten Überlebenden aus der Gattung Homo jene Reaktionen des von Paul Valérie beschriebenen Trockennasenprimaten möglichst (lange) erspart bleiben:
Wenn der große kolumbianische Affe den Menschen erblickt, scheidet er sogleich seine Exkremente aus und schleudert sie mit vollen Händen auf ihn, was beweis:
1. dass er dem Menschen wirklich gleicht,
2. dass er ihn auf gesunde Weise beurteilt.

(re_de)

Anna Anderluh: Gesang
Patrycjusz Baumann: Klavier


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