Jazz

Karl Ratzer Septett



Nicht allzuvielen austriakischen Jazzmusikern war es vergönnt, im Mutterland des Jazz, der USA, nachhaltige "Footprints" zu hinterlassen. Großen wie Joe Zawinul, Hans Koller oder auch Michael Mantler haben dies geschafft. Peter Wolf sei hier erwähnt, der an der Seite von Frank Zappa u.a. für dessen Album "Joe's Garage"mitverantwortlich war und der später vor allem als Produzent Karriere machte (die bis heute erfolgreich anhält). Mit diesem Peter Wolf gründete Karl Ratzer 1971 die legendäre Band "Gipsy Love", die sich nach nur zwei Einspielungen wieder auflöste, weil sich Ratzer nach Amerika aufmachte, wo er rasch Fuß fasste und mit Leuten wie Chet Baker, Jeremy Steig, Joe Chambers, Bob Mintzer, Tom Harrell, Steve Grossman oder Chaka Khan zusammenarbeitete. Er dürfte in NYC gehörig Eindruck gemacht haben, zumindest kommt verlässlich die Frage "What about Ratzer?", wenn Leute wie John Scofield, John Abercrombie oder Billy Hart in Wien spielen. 1980 kehrte er aus nicht näher bekannten Gründen zurück nach Wien und gründete ein Jazzlokal namens "Camarillo" (dort hörte ich Musiker wie Henry Threadgill und David Murray), arbeitete mit Art Farmer, Clark Terry, Lee Konitz oder Fritz Pauer zusammen, veröffentlichte etliche Einspielungen unter eigenem Namen (Happy Floating, Saturn Returning oder 2011 You have changed).