World Music

Karim Chajry Maghreb Vibration


Wie die Zeiten vergehen: einst galt „Authentizität“ als Gütesiegel in der Welt der Folklore. Dann geriet die bekannte Welt in Schieflage, und alles war möglich: Japaner die Jodelwettbewerbe in München gewinnen und „authentisch“ klingen, Österreicher, die „authentischen Blues“ von den Baumwollfeldern des Mississippi Deltas singen, Kapellen, die „authentischen Balkan Brass-Sound“ spielen, obwohl alle Mitglieder aus New York kommen.

Grund genug, für den Sänger und Komponisten Karim Chajry die Maghreb Vibration zu gründen und den strapazierten Authentizität-Begriff auf den Müll zu schmeißen.

Mit in Wien lebenden Musikern aus Marokko, Algerien, Russland und Österreich lässt sich tatsächlich keine Musik machen, die eine gemeinsame Authentizität in geographischen oder nationalen Hintergründen vorgaukelt. Authentisch im Sinne von wahrhaftig ist die Musik der Maghreb Vibration dennoch oder nur dort, wo sie Schönheit quer durch alle Nationalitäten der Musiker herstellt, wo sie einen gemeinschaftlichen Groove entstehen lässt, der Sehnsucht zu Tönen und Rhythmen formt, wo die Maghreb Vibration ein Gefühl beschwört, das jeder Mensch kennt: das der Fremdheit.
„L’Eghrib“ heißt folgerichtig die aktuelle CD, und der Titel bedeutet „der Fremde“. Und wer fremd im eigenen Land sein kann, wenn ihm allein die Sprache abhanden kommt, kann in der Musik eine neue Heimat finden.

Karim Chajry - Gitarre, Gesang
Edith Lettner - Saxophon, Duduk
Georg Berner - Bass, Kontrabass
Daniel Klemmer - Schlagzeug, Perkussion
Boualem Dahmani - E-Gitarre, Mondol
Raouf Kahouli - Perkussion
Wolfgang Schilhan - Keybord , Klavier
Gast: Mehdi Chajry - Ganbri


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