World Music

Karen Asatrian & Armenian Spirit


„Wir Armenier sind über die ganze Welt verstreut. Eigentlich sind wir überall zu Hause“, sagt Karen Asatrian, Bandleader und kreativer Mastermind von Armenian Spirit. „Mit meiner Musik will ich die Lebensfreude und Lebensenergie, die uns Armeniern zu eigen ist, weitergeben.“

Und das gelingt ihm und seinen kongenialen Mitmusikern richtig gut. Die Synthese von zeitgenössischem Jazz und dem reichen Fundus der armenischen Volksmusik lässt ein Konzert der „Spirits“ zu einer Erkundungsreise in die Welt orientalischer Melodik und abendländischer Harmonik werden.

Die Mitglieder von Armenian Spirit kommen aus verschiedenen Ecken der Welt (Armenien, dem Irak, Kroatien und Österreich), und doch scheinen sie Seelenverwandte zu sein – anders lässt sich die Harmonie in dieser melancholischen und zugleich lustvollen Musik jedenfalls nur schwer erklären. Das einzigartige Ensemble wird getragen von einer treibenden und kraftvollen Rhythmik sowie der ausdrucksstarken Stimme der armenisch-irakischen Sängerin Rita Movsesian. Sie singt von Themen wie Freude und Mitmenschlichkeit, aber auch von Trauer und Sehnsucht. Dabei ist sie sowohl in orientalischen als auch in westlichen Tonskalen zu Hause. Das spürt man. Und das geht unter die Haut … Kraftvoll und zärtlich zugleich – so ist die Musik von Armenian Spirit. Passend daher auch der Titel der brandneuen (dritten) CD: „Noor“ – armenisch für Granatapfel, mythologisches Sinnbild für Fruchtbarkeit. Ganz klar: Komponist, Pianist und Sänger Karen Asatrian ist hier ein kulturübergreifendes Meisterwerk gelungen.

Karen Asatrian, 1972 in Yerevan/Armenien geboren, erhielt seine erste Ausbildung in klassischer Geige und Klavier an der Tschaikowsky Musikfachschule in Yerevan. Danach Studium in Geige, Klavier und Komposition am Staatlichen Konservatorium Komitas in Yerevan. 1999 Abschluss des Diplomstudiums Jazz-Piano bei Prof. Dr. Harry Neuwirth in Klagenfurt mit Auszeichnung. Ebenso mit ausgezeichnetem Erfolg schließt Karen Asatrian 2001 die Studienrichtung Instrumental (Gesangs-)Pädagogik ab und erhält damit das staatliche Lehrbefähigungs-Zeugnis für Jazz-Piano.

Wichtige Stationen seiner musikalischen Laufbahn sind die Gründung der Gruppe „Brahm´s Project“ (Jazz-Trio mit Kammerorchester), Aufführungen seiner Kompositionen mit dem Kammerchor Norbert Artner, Zusammenarbeit mit dem „Bruckner Symphonie-orchester“, Samulnori, Dee Dee Bridgewater, George Garzone, Jamaaladeen Tacuma u.v.m. Auftritte bei „Three Nights of Jazz“ Saalfelden, Jazz Fest Wiesn in Wien, Sziget Festival in Budapest usw. Aufführung von Werken J. Brahms in eigenen Arrangements, zahlreiche Studioproduktionen und Auftritte auf Bühne, Rundfunk, TV mit diversen Jazzformationen in Österreich, Korea, Italien, Deutschland, Niederlande, Slowenien, Armenien, etc. Einige Engagements am Wiener Burgtheater.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Armenian Music Award in der Kategorie Best Jazz Album für PATHWAY 2007. Die Verbundenheit mit seinen Wurzeln und die Leidenschaft zu der armenischen Musiktradition zeigt er durch die Gründung seiner Avantgarde-Folk-Jazz Gruppe “Armenian Spirit” im Jahr 2013.

Im Stil der abendländischen Musiktradition hat der aus Armenien stammende Pianist und Komponist Karen Asatrian eine Messe für Chor, Sängerin und Jazz-Ensemble geschrieben, die auf der frühchristlichen Liturgie aufbaut. Nach einer fulminanten und viel beachteten Uraufführung des 80-minütigen Werkes im Konzerthaus Klagenfurt im Jänner 2015, folgten weitere Auftritte in ganz Österreich. Den vorläufigen Höhepunkt markiert die Aufführung von PRAYER WHEEL bei den Salzburger Festspielen 2016 in Zusammenarbeit mit dem PHILAHARMONIA CHOR WIEN. Das Konzert wurde aufgezeichnet und ist 2017 als CD bei SKYLARK PRODUCTION im Vertrieb von Universal Music Austria erschienen. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit unterrichtet Karen Asatrian am Kärntner Landeskonservatorium und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und hält Workshops im In- und Ausland.


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