Theater

Kampf des Negers und der Hunde


Europa und Afrika, weiß und schwarz, Mann und Frau, Kolonialist und Kolonialisierte – Koltès’ vierzig Jahre altes Stück zeichnet eine Welt von Gegensätzen, deren Bedeutung bis heute festgeschrieben scheint.

Eine Leiche soll angemessen beweint und bestattet werden. Der Tote in einer Siedlung in Westafrika ist Albourys Bruder. Doch die Leiche ist nicht zu finden, die Mutter des Toten wird keine Zweige über ihn legen können, wie es der Ritus vorschreibt. Zu Tode gekommen ist Albourys Bruder auf der Straßenbaustelle einer französischen Firma – ein Ort, der einem Fort gleicht. Ein „weißer“ Ort in einem „schwarzen“ Land, den Schwarze nur als Hilfsarbeiter betreten dürfen. Der Baustellenleiter Horn versucht, den Unfall, dem der schwarze Arbeiter erlegen zu sein scheint, zu vertuschen. War es wirklich ein Unfall? Cal, ein Ingenieur, der schon in zahllosen Entwicklungsländern zu viele sinnlose Projekte betreut hat, will und kann keine Schuld auf sich nehmen. Er flüchtet sich in Zynismen und Alkohol, fürchtet um seinen Hund, den die afrikanischen „Hundefresser“ gefangen und umgebracht haben. Oder hetzte er selbst den Hund auf die Afrikaner?

Europa und Afrika, weiß und schwarz, Mann und Frau, Kolonialist und Kolonialisierte – Koltès’ vierzig Jahre altes Stück zeichnet eine Welt von Gegensätzen, deren Bedeutung bis heute festgeschrieben scheint. Gleichzeitig enthüllt es ihre unausweichliche Konsequenz: Einsamkeit. Was besagen Begriffe wie Fortschritt und Aufklärung? Was Unterdrückung und Bedrohung? Und: Wovor haben wir eigentlich Angst?

Regie
Miloš Lolić

Horn, Baustellenleiter
Philipp Hauß

Alboury, ein Schwarzer
Ernest Allan Hausmann

Leone, eine Frau, die Horn mitgebracht hat
Stefanie Dvorak

Cal, ein Ingenieur
Markus Meyer


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