Theater

Kampf des Negers und der Hunde


Moderner Klassiker über fest verwurzelte menschliche Ängste. Regie: Petra Schönwald.

Koltès moderner Klassiker „Kampf des Negers und der Hunde“ ist ein Stück über die fest verwurzelte Angst in uns. Angst vor dem Fremden, Angst vor Veränderungen, Angst vor den Folgen des eigenen (Nicht-) Handelns. „Afrika“ wird zur Metapher dieser dunklen Bedrohung des Gesicherten; sie lauert jenseits des Stacheldrahts. Der eigentliche Kampf verläuft nicht zwischen Weiß und Schwarz, sondern zwischen Vorstellung und Wirklichkeit.

Die Inszenierung versteht sich als eine künstlerische Auseinandersetzung mit der aktuellen gesellschaftspolitischen Lage im Spannungsfeld zwischen den Folgen wirtschaftlicher Globalisierung auf der einen und dem Aufkommen neuer nationalistischer Tendenzen auf der anderen Seite. Ausgangspunkt dafür ist ein Text, der heute, über 30 Jahre nach seinem Erscheinen, brisanter ist denn je. Koltès Stück (UA 1981) entstand zu Beginn einer weltwirtschaftlichen Veränderung, mit deren Auswirkungen wir momentan akut konfrontiert sind. Das, was sich bei ihm „irgendwo in Afrika“ anbahnte, steht nun im wahrsten Sinn des Wortes vor der eigenen Tür. Damit erfüllt sich, was der Autor bereits zu Lebzeiten enigmatisch prophezeite: „Afrika ist überall“.
Das Lager der Weißen zeigt sich demzufolge nicht nur als eine bestimmte Siedlung eines französischen Unternehmens in Westafrika, sondern gleichzeitig auch als vermeintlich sichere „Wohlfühlzone“ weißer Menschen, umgeben und geschützt von Stacheldraht. Dieser gegenüber versteht sich „Afrika“ als das unsichere Außen: die Bedrohung, das Dunkle, das unberechenbare Fremde. Gleichzeitig aber ist das „Lager“ auch immer der Ort der Ausweglosigkeit. Ausweglos, weil die Figuren keine Orientierungspunkte mehr außerhalb der eigenen „Firma“ wahrnehmen können.

Schauspiel Theo Helm, Elisabeth Nelhiebel, Abdirizak Ali Nuur, Benedikt Vyplel
Sounddesgin Christopher Biribauer
Regie Petra Schönwald


Vergangene Termine