Pop / Rock

Kaliber 44


Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung Josef Dabernig. Rock the Void gibt die polnische Hip-Hop-Band Kaliber 44 auf Einladung des Künstlers im mumok ein vertikales Konzert.

Die Band, die in Polen als eine der wichtigsten Hip-Hop-Formationen des Landes gilt, spielt im Stiegenhaus auf. Der als Psychorap bezeichnete, harte Sound von Kaliber 44 breitet sich frei in der 35 Meter hohen Halle aus. Als ZuschauerInnentribünen werden die Stege genutzt, die die Ausstellungsräume auf den einzelnen Ebenen miteinander verbinden.

Kaliber 44 wurde 1994 von den Brüdern Marcin „Abradab“ und Michal „Joka“ Marten in Katowice, Polen, gegründet. Bald stieß Piotr Łuszcz aka Magik hinzu und bereicherte die Musik der Band um Geschrei, Geheule, seinen eigenwilligen Umgang mit polnischer Syntax und schlug Betonungskapriolen. Schon mit seinem ersten Album, Księga Tajemnicza. Prolog (Das mysteriöse Buch. Prolog), landete das Trio 1996 einen vollen Erfolg und wurde innerhalb kürzester Zeit zu einer der meistgehörten Gruppen des Landes. Es war das erste Psychorap-Album in Polen. Zwei weitere Alben, W 63 minuty dookoła świata (Einmal um die Welt in 63 Minuten), 1998, und 3:44, 2000, folgten. Die Alben verkauften sich über 150.000-mal.

Aggressive Texte, die nicht immer ohne Chauvinismus auskommen, aber auch durch ihre Klugheit und gesellschaftskritischen Worte bestechen, zeichnen Kaliber 44 aus. Sprachspiele, Flüche und Redewendungen aus dem Polnischen im Verein mit unschönen Dissonanzen definieren den ganz eigenen Stil der Hip-Hopper. Schonungslos beschreiben sie die Langeweile, die sich am Gesellschaftsrand nach dem Ende des Kalten Krieges ausbreitete, und geben denjenigen eine Stimme, die es nicht in die schöne neue Welt der Wohlstandsgesellschaft hinübergeschafft haben.

2000 löste sich das polnische Hip-Hop-Wunder auf. Seit 2013 haben sie den Faden jedoch wieder aufgenommen. Die zwei Gründungsmitglieder Marcin „Abradab“ und Michal „Joka“ Marten touren seither mit Liveband. Neue Songs sind in Planung und werden sehnsüchtig erwartet.


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