Vortrag

Kärntner Migrationsgespräche der Plattform Migration Villach


Begreift man den ideologischen Charakter des Neoliberalismus als Gegenaufklärung, Selbstentmündigung und Entmoralisierung, und seinen ökonomischen Charakter als ‚Theorie der reichen Leute’, dann müsste man allerdings viele, für ewig beschlossene Regelwerke außer Kraft setzen.“, so Stephan Schulmeisters Einschätzung. Die politischen Akteure haben laut seiner Analyse über mehrere Jahrzehnte durch die Umsetzung neoliberaler Wirtschafts-politik den Anspruch des Primats der Politik über die Ökonomie aufgegeben, sich selbst entmündigt und die Politik entmoralisiert: Wo „der Markt“ lenkt, erübrigt sich die Frage „Was soll sein?“ und es gibt auch keinen politischen Handlungsspielraum.

In seinem Vortrag wird der Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister anhand der aktuellen Wanderungsbewegungen den Zusammenhang des Neoliberalismus mit den gegenwärtigen großen Krisenentwicklungen, der Desintegration Europas und des Aufstiegs der neuen“ rechtspopulistischen Verführer“ ins Zentrum rücken. Über mehrere Jahrzehnte hat die Umsetzung der neoliberalen Entwicklungen Arbeitslosigkeit, leere Staatsverschuldung und Armut steigen lassen, den Sozialstaat geschwächt und das Potenzial für die Krise aufgebaut.

Folgende Fragen stellen sich. Welche Lehren muss Europa daraus ziehen? Was bedeutet dies für Europa, für die Länder innerhalb Europas und vor allem deren Bevölkerung? Wie sehen die Voraussetzungen für ein „New Deal Denken“ aus?

Auf einem anschließenden Podium wird er gemeinsam mit den ExpertInnen Mag. Monika Skazedonig (Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung), Mag. Heinz Pichler (Bildungsexperte der Arbeiterkammer Kärnten) und Ing. Hannes Tomic (Biobauer) zentrale Fragen zu diesem Thema gemeinsam diskutieren.

Einschlägige Initiativen werden im Rahmen von Ständen ihre Arbeit präsentieren und sich in die Diskussion einbringen.


Vergangene Termine