Theater

Kabale und Liebe


Mit Kabale und Liebe knüpft Schiller an die aus England stammende Tradition des bürgerlichen Trauerspiels an. Offensichtlich sind Parallelen zu Miss Sara Sampson und Emilia Galotti von Lessing – die man ebenfalls als versteckt ödipale Dramen lesen kann.

Luise, Tochter des Musikers Miller, liebt Ferdinand, den Sohn des korrupten und verbrecherischen Präsidenten von Walter. Doch diese Liebe provoziert Ängste und Intrigen – vor allem der Väter.

Luises Vater kennt die Welt der Mächtigen und befürchtet, dass seine Tochter zur Maitresse Ferdinands werden könnte. Ferdinands Vater, Präsident von Walter, hat sich durch Machenschaften eine einflussreiche Position am Hof verschafft. Nun gedenkt er, sich den Herzog noch mehr zu verpflichten, indem er eine Verbindung zwischen der Ex-Geliebten des Herzogs, Lady Milford, und seinem Sohn plant. Ferdinand aber ist ein aufrichtig Liebender, der jegliches Interesse an der Welt seines Vaters verloren hat. Geld und Macht spielen für ihn keine Rolle mehr. Er lebt einzig für Luise. Er liebt sie, er spielt nicht mit Gefühlen, er wird von seinen Gefühlen beherrscht. Auch Luise liebt mit Hingabe, aber realistischer. Sie befürchtet nämlich, dass sich die Grenzen zwischen ihnen nicht überwinden lassen. Und so träumt sie von einer wahrhaften Vereinigung erst im Jenseits.

Während Luise unter dem Druck ihres Vaters bereit ist, Ferdinand aufzugeben, will dieser eine Heirat mit ihr durchsetzen. Er verweigert daher die geplante Ehe mit Lady Milford, sucht sie aber auf, um sie über seine ehr­lichen Absichten aufzuklären. Empört droht Präsident von Walter, die ganze Familie Miller unschädlich zu machen, besinnt sich jedoch, als Ferdinand andeutet, die Verbrechen seines Vaters auf dem Weg ins höchste Staatsamt offen- zulegen. Da greifen Wurm, der zurückgewiesene Liebende, und der Präsident zu einer Intrige: Sie lassen Luises Eltern verhaften und zwingen die Tochter, einen falschen Liebesbrief zu schreiben, der Luises Untreue gegenüber Ferdinand beweisen soll. So beginnt für Luise ein Albtraum von Macht und Ohnmacht der Liebe, der bis in den Tod führt.

Leitung:

Inszenierung
Bernarda Horres
Bühne
Anja Jungheinrich
Kostüme
Stephanie Geiger
Dramaturgie
Franz Huber

Besetzung:

Präsident von Walter
Lutz Zeidler
Ferdinand, sein Sohn
Aurel von Arx
Hofmarschall von Kalb
Björn Büchner
Lady Milford
Anna Eger
Wurm, Haussekretär des Präsidenten
Sebastian Hufschmidt
Miller, Stadtmusikant
Georg Bonn
Louise, dessen Tochter
Katharina Vötter


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