Theater

Kabale und Liebe


Schillers drittes Bühnenwerk "Kabale und Liebe" ist ein radikaler Versuch über Liebe und Gewalt, Konvention und Glück, Misstrauen und Verhängnis. Neben den gesellschaftlichen Hindernissen, die Ferdinand und Luise in die Verzweiflung treiben, scheitert ihre Liebe jedoch auch am eigenen Zweifel.

Auf der Bronski & Grünberg Bühne werden nicht nur Theaterklassiker neu interpretiert, auch so manche Jungstars können sich hier auf ungewohntem Terrain ausprobieren. Neben Sophie Stockinger und Simon Morzé (Kleist – Familie Schroffenstein) wird nun auch Johannes Nussbaum, bekannt aus der ORF TV-Serie “Vorstadtweiber”, erstmals auf eine Wiener Theaterbühne zu sehen sein. Ihm zur Seite stehen Josefstadtschauspieler Patrick Seletzky, Volkstheatermime Luka Vlatkovic und Anna Posch, die mit dem Spielfilm “Chucks” ihren Durchbruch feierte. Gemeinsam mit Laura Laufenberg und Nanette Waidmann, bereits in “Kevin allein Zuhaus” auf der Bronski-Bühne zu sehen gewesen, ergibt sich ein großartiges Ensemble, dem Regisseur Calle Fuhr ganz bewusst Raum gibt.

Kabale und Liebe - Suche nach dem Glück

Ferdinand (Johannes Nussbaum) liebt die bürgerliche Luise Miller (Laura Laufenberg). Eine Liebe, die gesellschaftlich nicht möglich ist. Ferdinands Vater, der Präsident, erhofft sich in der Verheiratung seines Sohns mit Lady Milford (Anna Posch) seine gesellschaftliche Festigung. Noch dazu hat dessen Sekretär Wurm ein Auge auf Luise geworfen und sieht in der Verbindung Ferdinands mit der Lady die Chance, seinen Nebenbuhler auszustechen.

Regisseur Calle Fuhr hat für seine Inszenierung von „Kabale und Liebe“ Schillers Schauspiel samt Rollen auf die Essenz verknappt. Das Ergebnis ist ein originalgetreuer Text, der im Hier und Jetzt noch immer seine Gültigkeit hat und eine neue spannende Rollenkonstellation ergibt. Statt einer moralischen Bewertung der Handlung, werden die Zuschauer vielmehr durch den Kosmos eines ambivalenten Figurentableaus navigiert.

Durch das durchwegs junge Ensemble entsteht eine völlig neue Sicht auf Schillers Werk. Calle Fuhr hat den Vater Miller durch eine alleinerziehende Mutter ersetzt und so dem Stück durch die Mutter-Tochter Beziehung einen modernen und neuen Zugang eröffnet. Dadurch ergeben sich spannende Figurenkonstellationen, der Präsident muss sich nicht mehr dem Vater, sondern einer Übermutter stellen. Und auch der Sekretare Wurm erhält in Fuhrs Bearbeitung eine neue Dimension.


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