Theater

Judas


Judas. Dieser Name ist für die meisten Menschen eindeutig besetzt. Er steht für Verrat, sogar für den Verrat am Freunde. Und er bezeichnet den größtmöglichen Verrat überhaupt: den des Messias Jesus Christus an seine Widersacher. Und ausgeführt durch die innigste Geste, die man dem Freunde zuteil werden lassen kann. Den Kuss.

Und so ist Judas sicherlich einer der meist geschmähten Figuren der letzten zwei Jahrtausende. . Doch was wäre das Christentum ohne Judas und dessen Verrat? Hätte es überhaupt zu einer der großen Weltreligionen werden können? Was waren die Motive dieses Mannes namens Judas?

Die niederländische Autorin Lot Vekemans lässt ihn selber zu Wort kommen. In einer selbst inszenierten Show begeht er einen letzten Versuch, seine Tat auf ein menschliches Maß zurück zu bringen und sein Publikum dahin zu führen, wo es lieber nicht sein möchte: zu dem Judas in sich selbst.

„Ich denke, es gibt bei uns eine einseitige Richtung des Blicks auf die Helden, auf das, was wir als größer und höher und besser erachten, als wir es selbst sind. Wir lieben es, zu verehren, so wie wir es lieben, verehrt zu werden. Aber in beiden Fällen gibt man seine Macht an jemand anderen ab. Judas wird von Menschen verhöhnt, damit sie ihre eigenen Seelen rein waschen. Es ist auffällig, dass in Porträts, die über die Jahrhunderte entstanden sind, Judas immer hässlicher und böser dargestellt wurde." Lot Vekemans

Regie: Markus Trabusch

Ausstattung: Davy van Gerven

Mit: Toomas Täht


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