World Music

Juan Pablo Villa: The Absence mit Misha Marks, Adriano Adewale, Darkstone Brass & CHORyphäen


Am 26.9.2014 fand in der mexikanischen Stadt Iguala ein Massaker statt. Über 100 Studenten wurden attackiert, 6 starben, 24 wurden verwundet, 43 verschleppt. In die Aktion selbst und die folgenden Untersuchungen waren sowohl die organisierte Kriminalität wie Vertreter des Staatsapparates involviert. Jenen 43, die bis heute unauffindbar sind, ist „The Absence - Ausencia“ gewidmet; und genau 43 Menschen wirken bei dieser Uraufführung mit.

„Ausencia“ besteht aus drei Teilen unterschiedlicher Besetzung: „Blumen – Im Inneren des Spiegels“, „Abwesenheit – Vor dem Spiegel“ und „Hoffnung – Die Widerspiegelung“. Zu Beginn wird die Stimmung eines Festes der indigenen Bevölkerung nachempfunden und schließlich schrittweise gestört, rhythmisch und akkordisch aufgebrochen. Daraus entstehen, von Elektronik und Bläserklängen begleitete, dunkle Lieder. Schließlich bahnt sich im Klang von Chor und Sologesang die Hoffnung ihren Weg. Die Basis der Komposition sind u.a. „Cardenche“, nach einer Kakteen-Art benannte traditionelle Lieder der Bauern im nördlichen Mexiko, sowie Musik der Nahua-Indianer.

Mit diesem länder-, kultur- und genreübergreifenden Programm zeigt sich Juan Pablo Villa neuerlich als eminenter Vertreter von Mexikos zeitgenössischer Musikszene. Tradition und Avantgarde sind hier keine Gegensätze, sondern sie bedingen und befruchten einander.


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