Literatur

Josef Winkler - Abschied von Vater und Mutter


Als Josef Winkler sich im Jahre 2004 eine Zeitlang in Tokio im Stadtteil Roppongi aufhält, ereilt ihn die Nachricht vom Tod seines fast hundertjährigen Vaters. Noch ein Jahr zuvor hatte dieser ihn beschworen, seinem Begräbnis fernzubleiben, weil der Sohn nicht müde geworden war, den seligen Frieden seines Kärntner Heimatdorfes mit seiner Schreibhand zu durchkreuzen. Darauf erscheint die Erinnerungsgeschichte Roppongi – Requiem für einen Vater, die den Leser an Schauplätze in Japan, Kärnten und Indien führt. Das Requiem für Josef Winklers im Jahre 2011 verstorbene Mutter Mutter und der Bleistift, in dem die Mutter ihren am Küchentisch kritzelnden linkshändigen Sohn immer wieder auffordert, den Bleistift in die rechte Hand zu nehmen, entsteht in Südfrankreich, Indien und Kiew. »Reisen, um heimatlos zu werden«, heißt es bei Henri Michaux. Nach dem Tod von Vater und Mutter ist der Linkshänder, der mit der rechten Hand schreiben gelernt hat, seine Heimat losgeworden. Josef Winkler, *1953 in Kamering/Kärnten, lebt in Klagenfurt. Handelsschule in Villach; Beschäftigung in der Administration der Universität Klagenfurt, daneben »Literarischer Arbeitskreis« mit Alois Brandstetter, Organisation von Lesungen und Literaturwettbewerben, Herausgabe der Literaturzeitschrift Schreibarbeiten. Seit 1982 ist er ausschließlich literarisch tätig. Derzeit Präsident des Österreichischen Kunstsenats.


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