Literatur · Theater

Josef Winkler


Ich schreibe, also bin ich. Ich bin eine schreibende Substanz. (Josef Winkler)

Josef Winkler
Geboren 1953 in Kamering bei Paternion / Kärnten. Nach der Volksschule besucht er drei Jahre die Handelsschule in Villach. Zunächst Beschäftigung im Büro einer Oberkärntner Molkerei, danach Besuch der Abendhandelsakademie in Klagenfurt und tagsüber Tätigkeit im Betrieb eines Verlags, der Karl-May-Bücher produziert.

In Winklers Texten spielen die Themen Heimat, Tod, Sexualität, Katholizismus und das Landleben eine bedeutende Rolle. Er beschreibt, ausgehend von autobiografischen Erfahrungen, die Probleme, denen ein Individuum in einer patriarchal und katholisch geprägten Welt begegnen muss. Durch diesen Themenpool werden seine Werke zwar mitunter zur Anti-Heimatliteratur gezählt, setzen sich aber oft deutlich von den Merkmalen dieses Genres ab und lassen bestimmte Rahmenbedingungen bewusst hinter sich. Für sein Werk stellte er darüber hinaus auch einen Bezugsrahmen zu anderen Schriftstellern her, mit denen ihn zentrale Themen wie Tod, Isolation und Homosexualität verbinden, darunter etwa Jean Genet, Peter Handke und Hans Henny Jahnn, wobei ihn auch der expressionistisch geprägte literarische Ausdruck faszinierte. Auch seine zahlreiche Reisen nach Italien und vor allem Indien fanden und finden vielfach Eingang in sein Werk. Mehrmals beschreibt der Autor indische Totenrituale, wie sie in Varanasi stattfinden, und setzt diese in Kontrast zu den katholisch geprägten Ritualen seiner Heimat.


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