Kunstausstellung

Josef Bücheler – Angela Flaig


Beide Künstler entwickeln ihre Arbeiten aus ihrer Umgebung, ihrem Alltag heraus, sei es aus der Trvialkultur, der Werbung, oder der Natur.

Bücheler, 1936 in Wiesbaden geboren, beschäftigt sich mit den grundsätzlichen Fragen nach Material und Form in der Bildhauerei. Bereits getrocknete und in Form gebrachte Weiden- oder Birkenzweige und -Äste bespannt und umwickelt der Künstler partiell mit den Papieren. In einem nächsten Schritt werden die Arbeiten mit Werbebeilagen von Zeitungen, Reklamezetteln oder mit Wahlplakaten unterschiedlichster Parteien collagiert und bekommen auf diesem Weg ihre Farbigkeit. Als integraler Bestandteil der Werke trägt Bücheler Grafit, Erde und Asche auf, so dass von den Trägermaterialien nur noch einzelne Buchstaben, Worte oder Textfragmente zu erkennen sind. Abschließend wird aus ästhetischen wie auch technischen Gründen das Ganze mit wasserfestem Leim verklebt.

Das gute alte Handwerk, Objekte mit den Händen formen, war Josef Bücheler immer wichtig. In früheren Jahren hatte er viel mit Polyester und Stoff gearbeitet. Auch eine Ausbildung zum Polsterer und Tapezierer absolvierte er, er arbeitete als Kunstglaser und Werklehrer. Daher rührt seine Vorliebe für das Handwerkliche, das einen hohen Stellenwert in seiner Kunst einnimmt.

Auch die Künstlerin Angela M. Flaig, 1948 in Schramberg geboren, schöpft die Inspiration und das Material für ihre Arbeiten aus ihrer Umgebung, ihrem Alltag. Angela Flaigs Arbeiten konstituieren sich fast ausschließlich aus Naturmaterialien. Sie scheinen nahezu im Begriff des Davonfliegens zu sein, würde sie nicht ein Glassturz davon abhalten. Die Künstlerin verdichtet einzelne Samen oder auch einen kompletten Samenstand, wie die vom Löwenzahn oder Weidenröschen, zu extrem voluminösen, in die Tiefe gehenden und in sich chaotischen Körpern.

Oft sind es einfache Flugsamen von Disteln, von Huflattich oder Löwenzahn, die sie in stundenlangen Spaziergängen oder im eigenen Garten sammelt. Auch Angela Flaig sucht in ihren Arbeiten die Tiefenräumlichkeit. Mit Haarspray zusammen gehalten schafft die Künstlerin vielschichtige Samenkörper. Flaig selbst liefert den Vergleich zur Technik einer lasierenden Malerei, die auch den Blick in die Tiefe zulässt.


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