Kunstausstellung · Diverse Musik

Jorinde Voigt - Radical Relaxation


Neuer Bildzyklus als Komposition für eine Musikperformance!

Für die erstmalig koproduzierenden Partner KUNSTRAUM INNSBRUCK und KLANGSPUREN SCHWAZ im Verbund mit der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin und Freunde Guter Musik Berlin schafft die international sehr erfolgreiche Berliner Künstlerin Jorinde Voigt einen neuen Bildzyklus.

Ihre sehr feinen, höchst exakten Zeichnungen ziehen den Betrachter trotz ihres Großformats in die Nahansicht. Rotierende Pfeile, ausladende Linien und Farbflächen kulminieren in einem sich ähnlich wiederholenden Bildaufbau, der bei aller gestischen Freiheit entfernt an Konstruktionszeichnungen oder wissenschaftliche Schaubilder erinnert und eine kinetisch-dynamische Drei- bzw. Vierdimensionalität suggeriert. Die Künstlerin, die auch als Cellistin ausgebildet ist, folgt einem festgelegten Bildkonzept, das nichts dem Zufall überlässt. „Vom Prinzip ähnlich zur Notation einer Komposition in der Musik, werden visuelle und akustische Elemente rhythmisch angeordnet, zusätzlich mit Längen- und Breitengrad-Angaben geographisch festgestellt und in Bezug gesetzt zu Dauer und Geschwindigkeit“, beschreibt sie 2003 ihre Arbeit. Ihren Werkserien legt sie Themen zugrunde, wie z.B. die 32 Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven, die sie sprichwörtlich in eine zeitliche und geographische Achse zerlegt und deren affektive Bezeichnungen sie akribisch protokolliert. Jede ihrer Zeichnungen benennt die Rotationsrichtung in Umdrehungen pro Tag, gliedert Zeiteinheiten in vorgestern, gestern, heute, morgen, übermorgen; hält die Himmelsrichtung und Ausrichtung zum Erdmittelpunkt fest und schließt jedes Werk mit einer „Now“-Linie ab, die nochmals den Entstehungsprozess gleich einer Erinnerung verdichtet. Assoziativer Ausgangspunkt ihres neuen Bildzyklus ist Das Lied von der Erde von Gustav Mahler und Peter Sloterdijks Essay Streß und Freiheit, dessen Begriff „radikale Relaxationen“ sie künstlerisch untersucht.

Die musikalische Realisation der neuen Zeichnungsserie übernimmt das Ensemble zeitkratzer unter Leitung von Reinhold Friedl – eine Formation, die seit vielen Jahren in ihren Projekten den Austausch und Dialog mit den Werken einzelner Künstler sucht. Zur Ausstellung und Performance soll eine Vinyl-LP mit einem Leporello der Zeichnungen anstelle eines Katalogs erscheinen.


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