Theater

Jonny spielt auf


Das Werk gilt als Paradestück der Oper in der Weimarer Republik, vereinigt Jazz, Neoromantik und andere neue Formen des musikalischen Ausdrucks und kann als eindrucksvolles Symbol der künstlerischen Freiheit in den zwanziger Jahren bewertet werden.

Doch dem kulturellen Pluralismus der Weimarer Republik soll schon bald ein jähes Ende bereitet werden. Werke wie „Jonny spielt auf“ werden mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 von deutschen Spielplänen verbannt. Das Motiv, das einst den Klavierauszug der Oper zierte, wird als Sinnbild der „entarteten Musik“ missbraucht: Ein afroamerikanischer Musiker mit diffamierend wulstigen Lippen und Judenstern am Revers.

„Jonny spielt auf“ erzählt die Geschichte des Komponisten Max, den eine Sinnkrise quält. In der Abgeschiedenheit eines Gletschers sucht er Antworten auf seine Fragen. Dort trifft er die Sängerin Anita, die sich von ihrem Hotel entfernt und in den Hochalpen verlaufen hat. Die beiden kehren als Liebespaar in die Zivilisation zurück.

Bei einem Engagement lernt Anita den Violinvirtuosen Daniello kennen, der eine kostbare Amati-Geige besitzt. Diese wird Objekt der Begierde des afroamerikanischen Jazz-Geigers Jonny. Er will, nein, er muss das Instrument besitzen und begibt sich auf die Jagd! Schließlich wird der Jäger zum Gejagten …


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