Tanz

Jonathan Burrows & Matteo Fargion


Choreograf Jonathan Burrows und Komponist Matteo Fargion arbeiten seit über zwanzig Jahren zusammen. Im letzten Jahrzehnt haben sie langsam eine Anzahl von Duetten entwickelt, welche die Grenzen zwischen Tanz, Musik, Performance-Kunst und Comedy balanciert.

Body Not Fit For Purpose ist die erste offen politische Arbeit des Duos, welches seinen Ausgangspunkt in der Unzulänglichkeit das tänzerischen Körpers Wichtiges auszudrücken findet und dabei gleichzeitig die inhärente Radikalität des Versuches adressiert. Die Performance enträtselt den Zusammenhang zwischen Bedeutung und Aktion; Fragen stellen sich inmitten unseres Gelächters.

In Show And Tell erforschen Jonathan Burrows and Matteo Fargion die verborgenen Einflüsse ihrer über viele Jahre entstandenen gemeinsamen Arbeiten, und im Speziellen ihrer langen Serie von Duetten. Indem die tragende Rolle der Mimikry in kreativen Prozessen aufgedeckt wird, komponieren Burrows und Fargion eine prägende Präsentation von Bildern und Geräuschen. Währenddessen untersuchen sie was während des Machens von Performance-Arbeiten absorbiert und transformiert, begraben und offen gelegt, einbezogen und angeeignet wurde.

Jonathan Burrows begann im klassischen Ballett, indem er mit dem Royal Ballett in London dreizehn Jahre lang tanzte. Während dieser Zeit interessierte er sich immer mehr für zeitgenössischen Tanz. Während er am Ballett war traf er Choregrafin Rosemary Butcher mit der er auch zu arbeiten begann und in vielen ihrer Stück performte, was ihn beeinflusste auch vermehrt in seiner eigenen Choreografie zu experimentieren. Er und Matteo haben in den letzten 25 Jahren zusammen gearbeitet, indem sie sich nun vor allem auf eine Serie von Duetten fokussierten. Jonathan hat auch Arbeiten für Sylvie Guillem, William Forsythe's Ballett Frankfurt und das National Theatre London gemacht und er war Associate Artist am Kunstencentrum Vooruit in Gent, London’s South Bank Centre und Kaaitheater Brussels. Er ist Gastmitglied an der Fakultät von P.A.R.T.S in Brüssel und war auch Gastprofessor an Universitäten in Berlin, Gent, Giessen, Hamburg und London. A Choreographer’s Handbook verkaufte über 8,000 Exemplare seit seiner Publikation 2010 und ist bei Routledge Publishing erhältlich.

Matteo Fargion studierte Komposition mit den Komponisten Kevin Volans und Howard Skempton. Sein Interesse an Tanz begann, nachdem er Merce Cunningham in London performen gesehen hatte. Das ermutigte ihn sich für den International Course for Choreographers and Composers zu bewerben, bei dem er den Choreografen Jonathan Burrows kennenlernte. Abgesehen von seiner Arbeit mit Jonathan ist Matteo auch als Lehrer tätig, indem er weltweit Kompositions-Workshops abhaltet. Er ist ein langzeitiges Gastmitglied der Fakultät von P.A.R.T.S., der Schule von Anne Teresa de Keersmaeker in Brüssel, wo er an einer neuen Form des Kompositionsunterrichts für Choreografinnen arbeitet, eingebettet in einen Rahmen musikalischer Praxis, jedoch auch auf seinem Reichtum an Erfahrung als Performer aufbaut. Er schuf auch vier Tanzstücke für Studierende der Universitäten von Laban, Chichester und Bedford in UK. Fargion schrieb Musik für andere Choreografinnen u.a. Lynda Gaudreau und Russell Maliphant, und arbeitete sehr nahe mit der Choreografin Siobhan Davies, indem er in einigen ihrer letzten signifikanten Arbeiten kollaborierte, darunter The Art of Touch (1995), Minutes for the Collection (2009) und Songbook (2011). Fargion schreibt auch für das Theater, vor allem in Deutschland, wo er einige Jahre im Residenz Theater München und der Schaubühne Berlin mit Thomas Ostermeier und Elmar Goerden gearbeitet hat.

EINFÜHRUNG
SA 3. OKT
19.45 h in TQW / Studios
Eintritt frei


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