Jazz

John Surman Solo


Introspektiv. John Surman, Visionär und Virtuose des Jazzsaxofons britischer Schule, hat endlich wieder einmal ein Soloalbum veröffentlicht. Es beherbergt vergangenheitstrunkene Selbstgespräche à la Van Morrison, in denen sich Surman mit musikalischen Mitteln an seine Kindheit in Devon, Westengland erinnert.

Mithilfe von drei Saxofonen, drei Klarinetten und einem Synthesizer träumt er sich in die seligen Tage des Lebensaufbruchs zurück. Man fühlt sich bei der Macht dieser introspektiven Texturen an Heimito von Doderers immergültiges Diktum zum Thema Kindheit erinnert: „Man kriegt sie übergestülpt wie einen Kübel Wasser, auf dass es an einem herunterrinnt ein Leben lang, mag man die Kleider wechseln, sooft man will.“ Erhaben und ängstlich, ein wenig froh und noch öfter melancholisch sind Surmans Reflexionen über die Mächte, die einen durchs Leben ziehen. So gut er in Bands ist, noch intensiver tönt er ganz allein. Delikatessen für die Ohren sind das. (Die Presse, 2012)


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