Kunstausstellung

Johanes Zechner - Wort und Wange


Johanes Zechner hat sich sechs Jahre lang intensiv mit dem Werk Friederike Mayröckers auseinandergesetzt und eindrückliche Bildtafeln geschaffen, die einzelne Wörter und Satzfragmente aus Mayröckers lyrischem Werk in einem bildkünstlerischen Zusammenhang virulent werden lassen.

Zechner arbeitete seit 2008 jeweils im Sommer zwei Monate lang an einem Zyklus zu Friederike Mayröckers Gedichten und schuf eine genuine Übersetzung in Form von mehr als 40 Öl- und Acrylbildern. Der gesamte Zyklus wird im Kulturzentrum bei den Minoriten im Rahmen des großen Mayröcker-Schwerpunktes (13.-15 März 2014) eröffnet. Er ist bis zum 27. April zu sehen.

Die Texte werden von Johanes Zechner dabei nicht als autonome Einheiten übernommen, sondern sie werden analysiert und seziert, ihre lineare Sequenz wird in Textbausteine zerlegt, die Syntax zerstört. Einzelne Worte, Satzfragmente, ganze Sätze oder Textteile werden selektiert, bewusst ausgesucht und über den vorgefertigten Bildgrund geschrieben. (Manchmal sind auch Satz- bzw. Gedankenzeichen oder abstrakte Chiffren ohne konkrete Bedeutung und einfache Symbole hinzugefügt.) Dabei geht Johanes Zechner niemals beliebig vor. Selbst hinter den leichtfüßigen, manchmal auch ironisch daherkommenden Sentenzen steckt akribische Arbeit und eine intensive Auseinandersetzung mit der literarischen Vorlage. Das Geschriebene gliedert sich entweder den geometrischen Flächen ein oder geht ohne Rücksicht darüber hinweg, erscheint linear oder flächig gestreut, besetzt nur Teile der Bildfläche oder beansprucht sie in ihrem gesamten Ausmaß.

JOHANES ZECHNER, geboren 1953 in Klagenfurt. Er studierte von 1972–1977 an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Zwischen 1982 und 1986 war er Lehrbeauftragter an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, darunter den Anton-Faistauer-Preis Salzburg (1987) oder den British Council Scholarship in London (1987/88). Von 2005–2007 lebte er in Hamburg, später in Wien und seit 2011 in Graz, sowie im kärtnerischen Obermieger/Medgorje. Seine Werke wurden in Europa und den USA ausgestellt. Wir zeigten Zechner in den Ausstellungen „Johanes Zechner: Die weiße Ekstase" (2007), sowie Einzelwerke auch in „RELIQTE" (2010) und "Seelenwäsche" (2013).


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